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  • 13.03.2013, 09:50 Uhr
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  • Münster
Rekord-Umsatz bei Agravis

Strom-Handel als potenzielles neues Geschäftsfeld

Nach einem Rekord-Ergebnis von 7,1 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr blickt der Agrarhändler Agravis optimistisch in die Zukunft, auch wenn die Umsatzrendite von 0.7 Prozent nicht zufriedenstellt. Daher denkt der Vorstandschef auch über neue Geschäftsfelder nach, z.B. den Handel mit Strom.

Dr. Clemens Große Frie ist immer auf der Suche nach lukrativen Geschäftsfeldern: Jetzt hat der Vorstandschef des Agrarhandelsriesen Agravis (Münster/ Hannover) auch den Strommarkt ins Visier genommen. „Es könnte der Moment kommen, in dem wir anfangen, mit Strom zu handeln“, kündigte Große Frie gestern bei der Bilanzvorlage in Münster an. „Das kann schon 2013 oder auch erst 2014 sein“, wurde der Agravis-Chef auf Nachfrage konkreter.

Schon im vergangenen Jahr hat der Agrarhandelskonzern seine Marktchancen genutzt: Der Umsatz kletterte um fast zehn Prozent auf die neue Rekordmarke von 7,1 Milliarden € . Der Vorsteuergewinn wuchs leicht um drei Prozent auf fast 50 Millionen € . Mit der Umsatzrendite von lediglich 0,7 Prozent zeigte sich Große Frie aber nicht zufrieden. Mehr als ein Prozent nannte der Agravis-Chef als Ziel.

Starken Preisschwankungen an den Getreidemärkten und auch die Euro-Krise seien nicht nur Schreckensszenarien, betonte Große Frie. „Darin sehen wir auch Chancen für unser Geschäft.“ Im Übrigen habe die Agrarbranche „in den Kernarbeitsgebieten einen guten Lauf“.

Investitionen von 61 Millionen € 

Zum Wachstum trugen nach Konzernangaben im vergangenen Jahr auch Investitionen von 61 Millionen €  bei – in „Schlagkraft und Schnelligkeit“, nannte Große Frie die Zielrichtung.

Obwohl Agravis 2012 den spanischen Tierarzneimittel-Hersteller Invesa übernommen hat und – wie berichtet – auch zwei Joint Ventures mit der dänischen DLA-Group eingegangen ist, legt das Unternehmen den Schwerpunkt seines Geschäfts auch künftig auf die deutsche Landwirtschaft. „Wir sind nicht auf dem Weg zu einem internationalen Konzern“, betonte der Vorstandsvorsitzende.

Erfolgreich ist Agravis auch ins Jahr 2013 gestartet. Große Frie sprach von kleinen Umsatz- und Ertragszuwächsen im Januar und Fe­bruar. Für das Gesamtjahr gab sich der Spitzenmanager zurückhaltend: „Aus heutiger Sicht dürfte sich das Geschäftsvolumen auf dem aktuellen Niveau stabilisieren.“

Große Frie wehrte sich gegen politische Forderungen, die Qualitätsprüfungen in der Futtermittelindustrie auszuweiten. „Wir müssen bei Stichproben bleiben“, sagte der Agravis-Chef. Ansonsten würden die Verbraucher die deutlich höheren Kosten in steigenden Lebensmittelpreisen spüren. Mit Blick auf die im jüngst aus Serbien nach Deutschland importiertem Mais gefundenen Aflatoxine stellte Große Frie klar: „Der Agravis-Konzern hat keine Mengen von dem serbischen Mais, der mit Aflatoxin B1 kontaminiert ist, gekauft.“

(Jürgen Stilling)


 


 

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