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  • 11.12.2013, 08:48 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Rettungsdienste

Dramatisch gestiegene Einsatzzahlen

Bis zu 50 Prozent mehr Einsätze innerhalb von nur zehn Jahren! Auch am Rettungsdienst geht der demografische Wandel nicht spurlos vorüber. Landauf, landab häufen sich die Einsätze, da ältere Menschen nun mal öfter der Hilfe bedürfen. Das ist der belegbare Teil der Entwicklung.

Es gibt aber auch einen gefühlten: „Seitdem der ärztliche Bereitschaftsdienst zentral gesteuert wird, rücken die Rettungswagen noch viel häufiger aus“, sagt stellvertretend für seine Kollegen der Fachbereichsleiter beim Kreis Coesfeld, Dr. Ansgar Scheipers.

All das hat Folgen.

Gegenwärtig machen die Kreise Steinfurt und Warendorf das, was die Coesfelder und Borkener bereits hinter sich haben: Erst ließ die Verwaltung den Rettungsdienst begutachten, dann passte sie ihn an. Heißt: Beide Kreise besetzen mehr Wachen rund um die Uhr, bauen, wo nötig, neue und investieren in Personal und Material. Gegenwärtig kostet der Rettungsdienst im Kreis Steinfurt jedes Jahr 17,5 Millionen Euro. „Ab 2015 wird er rund zehn Prozent teurer“, sagt Kreisdirektor Dr. Martin Sommer.

Grob gesagt entscheiden zwei Zahlen darüber, ob ein Rettungsdienst eher gut oder mehr mäßig aufgestellt ist: In 90 Prozent der Einsätze müssen die Helfer spätestens neun Minuten nach dem Alarm vor Ort sein.

Diese Zeiten konnten beide Kreise zuletzt nicht mehr flächendeckend garantieren. Auch aufgrund der gestiegenen Einsatzzahlen: Ist der erste Rettungswagen unterwegs, muss im Zweifel ein weiter weg stationiertes Fahrzeug gerufen werden.

Investition in Standorte, Personal und Infrastruktur

Der Kreis Steinfurt reagiert – die Tageswachen in Westerkappeln und Hopsten sollen nun rund um die Uhr besetzt sein. Zudem wird die Station in Borghorst verlegt – an einen strategisch günstigeren Ort. Auch die Zahl der Fahrzeuge steigt: von noch zwölf auf bald 16.

Gleiches Bild, anderer Ort: Auch der Kreis Warendorf hat auf die Entwicklung reagiert und „einen neuen Notarztstandort in Sendenhorst geschaffen, in Sassenberg ei­nen weiteren Rettungswagen stationiert und zudem die Wache in Ostbevern rund um die Uhr besetzt“, sagt Kreissprecher Norbert Kampelmann.

Wer in die Kreise Coesfeld und Borken blickt, weiß, warum Rettungsdienstbedarfspläne „fortgeschrieben werden“. Auch im Süden und Westen des Münsterlandes wurde kräftig ins Rettungswesen investiert: Länger besetzte Wachen in Coesfeld und Lüdinghausen, in Dülmen und Heek. Zusätzliche Fahrzeuge in Bocholt, Borken, Ahaus und Gronau. Die Neun-Minuten-Frist konnte damit eingehalten werden.

Konnte, kann aber nicht mehr. Im Kreis Coesfeld „überprüfen wir derzeit, ob unsere Rettungswachen optimal po­sitioniert sind“, sagt Scheipers. Wo womöglich Veränderungen anstehen, verrät er nicht. Nur, „dass die Wache in Ascheberg vielleicht verlegt werden soll ...“

In Münster ist die Tendenz gleich, die Auswirkungen sind allerdings nicht ganz so dramatisch. „Wir haben jedes Jahr über drei Prozent mehr Einsätze“, sagt Feuerwehr-Chef Benno Fritzen. Elf Stellen wurden darum seit 2012 zusätzlich geschaffen, zudem wurde in den Fuhrpark investiert. „Im Gegensatz zu Flächenregionen müssen wir uns keine Gedanken über zusätzliche Wachen machen.“

Einsatz-Zahlen im Vergleich

  • Kreis Coesfeld: 2003: 7.400 Rettungsdienst-Fahrten, 2012: 13.000 Einsätze
  • Kreis Warendorf: 2002: 13.600 Einsätze, 2012: 22.600
  • Kreis Borken (ohne Bocholt): 2002: 8.243 Einsätze, 2012: 13.015
  • Kreis Steinfurt: 2002: 22.342 Einsätze, 2012: 33.248
  • Stadt Münster: 2002: rund 19.000 Einsätze, 2012: 26.000

(Elmar Ries, WN)


 


 

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