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  • 13.08.2013, 10:38 Uhr
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  • Münster
Rettungswege

95 Parkplätze weniger in Münsters Innenstadt

In der gesamten Münsteraner Innenstadt fallen nach einer Entscheidung der Verwaltung insgesamt 95 Abstellplätze weg. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Feuerwehr auf der Fahrt zu Einsätzen in den Gebieten nicht behindert wird. Das ist das Ergebnis vieler Testfahrten in der Innenstadt.

Dass die Feuerwehr nicht zu einem Brandherd gelangt, weil parkende Autos den Weg verstellen, dass deshalb womöglich Menschen zu Schaden kommen – eine Horrorvorstellung. Vier Jahre lang sind Mitarbeiter von Feuerwehr und Ordnungsamt mit einem Einsatzfahrzeug durch die Innenstadt gefahren, haben an 400 Stellen überprüft, ob die Wehr im Ernstfall durchkommen würde. Jetzt fand die letzte Testfahrt statt. Ergebnis der Langzeituntersuchung: An 95 Stellen – vor allem im Kreuz- und Südviertel – darf künftig nicht mehr geparkt werden.

„Und das wird nicht das Ende der Geschichte sein“, stellt Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer klar. Auch weiterhin sollen Befahrungen stattfinden, nach denen sich die Zahl der Parkverbote wohl noch erhöhen werde. „Im Zweifelsfall“, so Heuer, „werden wir uns für die Durchsetzung der Rettungswege entscheiden.“

400 kritische Stellen überprüft

Bei den jetzt überprüften 400 kritischen Stellen handelte es sich durchweg um Bereiche, in denen es ohnehin schon temporäre Parkverbote gab – zum Beispiel an einem Tag der Woche für zwei Stunden, damit die Müllabfuhr durchkommt. Die Annahme der Verwaltung: Wenn eine Straße für Müllwagen zu eng ist, dann könnte sie auch für die Feuerwehr zu eng sein. Diese Einschätzung hat sich an jeder vierten Stelle bestätigt.

Beispiel Antoniuskirchplatz: Die gesetzlich vorgeschriebene Durchfahrtbreite liegt bei 3,05 Metern, ein Einsatzfahrzeug ist etwa 2,50 Meter breit. Das Ordnungsamt legte den Zollstock an – und maß 2,10 Meter. 13 Stellplätze fielen weg.

„Es geht um den Schutz des Lebens“, betont Heuer. Die Anwohner hätten in der Regel mit Verständnis reagiert – vorausgesetzt, die Verwaltung informierte sie über den Wegfall von Parkplätzen. „Viele erkennen, dass ein solches Verbot im Ernstfall auch ihnen selbst nutzen würde.“

Enge Straßen sind „ein Dauerrisiko“

Mit der Langzeitstudie seien nun „die schwierigsten Stellen“ identifiziert. Für Heuer stellt indes die gesamte Innenstadt mit ihren teils engen Straßen „ein Dauerrisiko“ dar. Bei der Einrichtung weiterer Halteverbote solle „mit Augenmaß“ vorgegangen werden, zudem gelte es, die „berechtigten Interessen“ der Anlieger zu berücksichtigen.

In der Altstadt an anderen Stellen Ersatzparkraum zu schaffen, hält Heuer für kaum umsetzbar. Für Anlieger, die Parkplätze verloren haben, hat er daher nur einen Rat parat: „Sie müssen dann eben weiter entfernt ihr Auto abstellen.“

(Martin Kalitschke)


 


 

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