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  • 14.07.2014, 11:08 Uhr
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  • Münster
Rothenburg

Kaufleute freuen sich auf Museumseröffnung

Die Zeiten von Baustellen auf der Rothenburg gehören bald der Vergangenheit an. Jetzt freuen sich die Kaufleute auf die Eröffnung des neuen Museums. Klaus Pflüger, Sprecher der Kaufmannschaft, schwärmt von der Optik des neuen Museums und vor allem von dem neuen freien Platz vor dem Gebäude.

Jahrelang begleiteten Baumaßnahmen die Geschäfte auf der Rothenburg und der Königsstraße in Münster. Jetzt zeichnet sich ein Ende ab. Nach einem mehrjährigen Umbau öffnet das LWL-Museum für Kunst und Kultur am 20. September wieder seine Türen. Darüber freut sich die Kaufmannschaft. Ihr Sprecher, Klaus Pflüger, betreibt gemeinsam mit seiner Frau, Katja Pflüger, seit 32 Jahren das Luftschloss an der Rothenburg, zu dem auch ein „Mickey-Mouse-Museum“ gehört. Luftschlösser zu bauen, das liegt dem 65-Jährigen aber fern. Gabriele Hillmoth, Redakteurin der Westfälischen Nachrichten, sprach mit Klaus Pflüger über den jahrelangen Baumarathon und dessen Auswirkungen.

Die Rothenburg war früher eher ein bescheidenes Anhängsel an den Prinzipalmarkt. Die Uhren schienen hier still zu stehen. Wie sieht es heute im Viertel aus?

Pflüger: Das ist richtig, die Rothenburg war früher ein Appendix. Das lag aber auch daran, dass der zweite Teil bis zur Königsstraße immer ein bisschen abgehängt war. Das hat sich geändert, als das Parkhaus im Aegidiimarkt gebaut wurde. Das Plus der Rothenburg sind die vielen kleinen Geschäfte, die teilweise inhabergeführt sind. Wir haben einen guten Mix, anders als in den Fußgängerzonen.

Von wo bis wo reicht die Rothenburg?

Pflüger: Vom Mocca-Haus bis zum Aegidiimarkt.

Erwarten Sie mit der Neueröffnung des Museums noch mehr Aufmerksamkeit für die Rothenburg?

Pflüger: Es wird sicherlich zusätzlich eine neue, potenzielle Kundschaft heranwachsen, doch darauf möchten wir uns nicht fokussieren. Wir freuen uns, dass das neue Museum fertig ist. Wir profitieren in vielerlei Hinsicht davon. Die Optik ist wunderschön mit der großen Freitreppe, da ist ein wunderbarer Platz geschaffen worden. Wir sind natürlich froh, dass das Landesmuseum jetzt die Adresse „Rothenburg“ hat, das war vorher der Domplatz. Das ist eine tolle Bereicherung – weniger für die Rothenburg als für die ganze Stadt Münster. Sie bekommt mit dem neuen Museum ein weiteres, wichtiges Aushängeschild.

Baustellen sind auf der Rothenburg eine unendliche Geschichte.

Pflüger: Die Museums-Baustelle hat die Mehrheit auf der Rothenburg nicht gestört, nur die direkten Nachbarn mussten jahrelang unter Lärm und Schmutz leiden. Wir haben das Glück auf der Rothenburg, dass wir keine Fußgängerzone sind. Mit dem Verkehr, der ja nur aus Bussen, Taxis und Rädern besteht, können wir sehr gut leben, er hilft uns nicht, und er schadet uns nicht. Sogar die Baustelle, als die Straße hier aufgerissen wurde, war nicht so entscheidend. Die Zugänge zu den Geschäften waren immer frei. Wir haben die Eingänge zu den Geschäften besonders gestaltet und mit Aktionen auf die Situation aufmerksam gemacht. Das wurde insgesamt sehr positiv aufgenommen.

Und wie sieht es jetzt mit dem weiteren Umbau der Dresdner Bank aus?

Pflüger: Auch dieser Umbau stört nicht wirklich, aber natürlich gab es auch hier für einige Nachbarn nicht unwesentliche Beeinträchtigungen. Ich bin überzeugt, dass die Rothenburg und die Stadt davon profitieren werden.

Also zwei Pluspunkte für die Rothenburg?

Pflüger: Das stimmt. Das alte Museum war von der Rothenburg aus quasi nur eine Fassade und die Dresdner Bank/Commerzbank ein dunkler Klotz ohne Leben. Das wird jetzt in beiden Fällen völlig anders.

Sie sagen, dass der Name LWL-Museum unpassend ist. Wie müsste das Museum Ihrer Meinung nach heißen?

Pflüger: Landesmuseum, wie früher. Auch wenn die Bezeichnung nicht ganz korrekt ist. Aber unter diesem Namen ist das Museum seit Jahrzehnten bekannt. Schlimmer als den neuen Namen finde ich allerdings, wie das Kunstwerk „Lichtwand“ von Otto Plene an der Fassade entwürdigt wurde, indem die Buchstaben LWL in die Installation hineingezwängt wurden. Barbarisch.

Planen Sie als Geschäftsleute von der Rothenburg eine Aktion zur Museumseröffnung?

Pflüger: Wir planen am 20. September zur Eröffnung des Museums ein Willkommensfest. Wir gehen an diesem Tag nach draußen.

Haben Sie noch einen Wunsch als Kaufmannschaft von der Rothenburg? Denken Sie beispielsweise über eine Fußgängerzone nach?

Pflüger: Das ist nicht unbedingt nötig, meiner Meinung nach. Wir kommen ganz gut mit dem Verkehr zurecht. Es ist ein gutes Miteinander. Nur die Fahrradplätze sind wie in der gesamten Innenstadt ein Problem, aber auch da können wir wenig tun, wenn Räder falsch abgestellt werden. Das ist eine Frage, die der Gesetzgeber lösen muss. Die aktuelle Rechtslage erlaubt es den Ordnungskräften nur unter sehr strengen Bedingungen, ein Fahrrad umzustellen. Da müssen andere Regelungen her. Wir müssen auch von der Stadt Lösungen finden, um die Fahrradplätze zentral einzusetzen und auch zu betreuen.

(WN)


 


 

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