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  • 20.11.2012, 09:59 Uhr
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  • Kreis Borken
Runder Tisch „GewAlternativen“

Schnelles Erkennen führt zu schneller Hilfe

Rund 150 Interessierte besuchten am vergangenen Mittwoch, 14. November, den Runden Tisch "GewAlternativen" im Borkener Kreishaus. Seit mittlerweile elf Jahren setzen sich Fachleute und Interessierte aus unterschiedlichen Bereichen dafür ein, das Thema "Häusliche Gewalt" in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Erstmals war als Veranstalter das Gesundheitsamt Borken daran beteiligt.

Das Thema der zwölften Tagung lautete "Gesundheitliche Folgen von häuslicher Gewalt - Prävention durch Vernetzung". Dr. Kai Zwicker, Landrat Kreis Borken und zugleich Schirmherr der Initiative, betonte: "Häusliche Gewalt erfordert eine schnelle und kompetente Hilfe für die Betroffenen. Die heutige Veranstaltung zeigt, dass wir mit Kooperationen in die richtige Richtung gehen." Über die zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Gesundheit, Polizei, Beratung, Frauenhilfe, Jugendhilfe, Justiz und Bildung freute sich Irmgard Paßerschroer, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises und Geschäftsführerin des Runden Tisches, die durch den Nachmittag führte. Das auch im Kreis Borken häusliche Gewalt ein Thema ist, zeigten die Zahlen der ersten drei Quartale des laufenden Jahres, die Dr. Zwicker den Gästen präsentierte. Die Kreispolizeibehörde Borken hat von Januar bis September 226 Fälle von häuslicher Gewalt registriert. Davon kam es in 122 Fällen zu Körperverletzung, in 40 Fällen sogar zu schwerer Körperverletzung. Die Polizei musste 102 Wohnungsverweisungen und Rückkehrverbote aussprechen. Außerdem wurden 89 Opfer an Beratungsstellen vermittelt. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sei der Rückgang im Bereich der Körperverletzungen - von 133 auf 122 Fällen - zwar erfreulich, so der Landrat, trotzdem sei jeder Fall genau einer zuviel.

Häusliche Gewalt - Formen und Prävention

Häusliche Gewalt ist nicht immer sichtbar. Auch Demütigung, Unterdrückung und Kontrolle können Symptome von physischer Gewalt in den eigenen vier Wänden sein. Annette Scherwinski, Leiterin des Fachbereiches Gesundheit im Kreis Borken, sagte: "Es ist daher umso wichtiger, das Fachpersonal im medizinischen Bereich für den Ernstfall zu sensibilisieren."

Wie eine Kooperation, angefangen im Gesundheitsbereich bis hin zu den Beratungsstellen, funktionieren kann, davon berichtete Marion Steffens. Die Gründerin und Projektleiterin des GESINE-Netzwerkes Gesundheit im Ennepe-Ruhr-Kreis referierte über die Möglichkeiten einer institutionalisierten Gewaltprävention. Sie erläuterte: "Eine Karte mit genau einer Notfall-Nummer hilft den Betroffenen im Ernstfall schneller als ein Berg an Broschüren." Hinter diesem Netzwerk steht der Verein "Frauen helfen Frauen e. V.", der bereits seit 1992 aktiv ist. Daraus entwickelte Steffens gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern das Netzwerk GESINE. Projekte und Kooperationen bestätigen den Erfolg des Projekts immer wieder. Von 2008 bis 2011 war GESINE beispielsweise, gemeinsam mit der Rechtsmedizin der Universität Düsseldorf, Träger des Bundesmodellprojektes "Medizinische Intervention gegen Gewalt" (MIGG).

Weiterführende Informationen

Unter www.gewalternativen.de finden Interessierte Details zur Arbeitsweise und Struktur, aber auch direkte Ansprechpartnerinnen und -partner für ihre Probleme.

(Redaktion)


 


 

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