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  • 23.05.2013, 09:51 Uhr
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  • Münster & Münsterland
RWGV-Belegschaft verunsichert

Genossenschaftsverband verkauft alle Gebäude an der Mecklenbecker Straße

Die Arbeitswege für die Beschäftigten werden durch den Umzug des RWGV nach Düsseldorf deutlich länger. Existenzsorgen und Verunsicherung machen sich in der Belegschaft breit. Zwar bleibt Münster juristischer Sitz des RWGV, doch die Immobilie an der Mecklenbecker Straße wird verkauft.

Die Reise nach Düsseldorf hat begonnen und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Rund 40 Mitarbeiter aus der Zentrale des Genossenschaftsverbandes in Münster nehmen nach und nach ihre Arbeitsplätze am Flughafen in Düsseldorf ein. 20 Mitarbeitern der Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsakademie in Münster steht ebenfalls ein Umzug bevor, denn die Akademie soll in Forsbach bei Köln auf einen Standort konzentriert werden. Insgesamt, sagt der Sprecher des Verbandes, Asmus Schütt, seien die Pläne zur Stärkung des Standortes Düsseldorf aufgrund einer „geschäftspolitischen Bewertung“ erfolgt. Gesucht werde die Nähe der strategischen Abteilungen zur Landesregierung, zu Verbänden und Organisationen. Der Verkaufsprozess für das gesamte Genossenschaftsgebäude an der Mecklenbecker Straße soll bereits fortgeschritten sein, heißt es. Einzelheiten werden aber nicht genannt.

Die Belegschaft des Verbandes in Münster kritisiert dagegen den Umzug nach Düsseldorf und sieht darin keine Vorteile. Ohne den Betriebsrat einzuschalten, seien sie im Dezember erstmalig über die Pläne informiert worden, heißt es. Für viele Mitarbeiter bedeute der Umzug täglich eine Fahrtzeit zwischen drei und vier Stunden, sagt ein Beschäftigter.

Mitarbeiter sind verunsichert

Das Gebäude am Flughafen in Düsseldorf sei ihnen als „sehr schön“ verkauft worden, vor allem mit einer „schönen Kantine“. „Wir fühlen uns veralbert“, so der Mitarbeiter. Es gebe nur noch Theater, die Arbeit mache keinen Spaß mehr, bedauert er. Die Belegschaft sei verunsichert, alle säßen wie auf einem Pulverfass, doch niemand traue sich, etwas zu unternehmen „Dann landet man auf einer Liste und muss gehen“, so der Beschäftigte. Zumal gesagt werde, „es sei kein Problem, jemanden zu ersetzen“. Existenzsorgen spielten eine Rolle.

Natürlich sei eine Konzentration immer mit Irritationen verbunden, versucht der Betriebsratsvorsitzende Herbert Meese die Wogen zu glätten. Eine Versetzung sei auch immer mit einer Veränderung verbunden. Der Sozialplan sei für beide Seiten ein Kompromiss. Der Plan enthalte soziale Abfederungen wie eine Umzugsbeihilfe oder eine Fahrtkostenerstattung, die sich unbefristet nach den Entfernungskilometern richte. Der Arbeitgeber sei behilflich bei der Vermittlung eines adäquaten Arbeitsplatzes, so Meese, der seit zwei Jahren im Betriebsrat ist und auch den Vorsitz des Gesamtbetriebsrates (460 Mitarbeiter) hat. Meese ist zuständig für die Standorte Köln, Düsseldorf und Koblenz. Am Ende werden rund 80 Mitarbeiter des fusionierten Genossenschaftsverbandes sowohl aus Köln als auch aus Münster in Düsseldorf arbeiten. Die Koblenzer sind ausgenommen.

Unberührt von der Standortstärkung Düsseldorf wird das Geno-Kolleg an der Wiener Straße bleiben, das in jüngster Zeit für etwa fünf Millionen Euro modernisiert worden sei und das jährlich 920 Schüler besuchen. „42 Mitarbeiter sind dort beschäftigt“, so Schütt. Der Pressesprecher selbst hat seinen Arbeitsplatz bereits in Düsseldorf eingenommen.

Juristischer Sitz des RWGV bleibe Münster, hieß es bereits im Frühjahr. Hier bleibe ein großer Teil der Belegschaft, so Herbert Meese.

(Redaktion)


 


 

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