Weitere Artikel
  • 14.11.2013, 10:03 Uhr
  • |
  • Münster / Düsseldorf
RWGV-Stellungnahme

Landtag will Genossenschaften stärken

In einer öffentlichen Anhörung, zu der zahlreiche Vertreter der Genossenschaften in Nordrhein-Westfalen eingeladen waren, diskutierte der Wirtschaftsausschuss auf Antrag der Regierungsfraktionen am gestrigen Mittwoch Wege zur „Stärkung der solidarischen und gemeinwohlorientierten Wirtschaft“.

Der Vorstandsvorsitzende des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV), Ralf W. Barkey, machte in seiner Stellungnahme deutlich: Genossenschaften sind in allen Bereichen der nordrhein-westfälischen Wirtschaft erfolgreich tätig. Dennoch haben unsere Mitglieder tagtäglich mit regulatorischen Hürden und Hemmnissen zu kämpfen. So läge gerade in der Zusammenarbeit zwischen Genossenschaften und Kommunen sowie bei der Energiewende erhebliches Potenzial, das bisher nicht ausreichend genutzt werde. „Genossenschaften brauchen Freiräume, um ihr Potenzial zu entfalten. Die Politik muss loslassen. Nur so schaffen wir Raum für Selbsthilfe und Selbstverantwortung. Und genau das wollen die Menschen in unserem Land immer stärker“, erläuterte Barkey.

In ihrem Antrag heben die Regierungsfraktionen hervor, dass die Möglichkeiten für die Neugründung und Weiterentwicklung von Genossenschaften durch Bürgerinnen und Bürger noch längst nicht ausgeschöpft sind. „Das können wir nur bestätigen. Dies liegt aber keineswegs daran, dass es nicht genügend Tätigkeitsfelder für Genossenschaften gäbe – dies zeige auch die große Zahl an Neugründungen“, so Barkey weiter.

Aber gerade die Genossenschaften, die aus der Zivilgesellschaft heraus gegründet werden, bräuchten Hilfe bei der Entwicklung professioneller Strukturen. „Viele große Genossenschaften in der Kreditwirtschaft, in der Landwirtschaft, in der Wohnungswirtschaft, im Handwerk und im Einzelhandel haben es vorgemacht. Gegründet als ausschließlich ehrenamtlich geführte Institutionen haben sich zum Beispiel die Genossenschaftsbanken über die Jahre zu der stabilsten Säule der Kreditwirtschaft entwickelt. Das ist gerade auch in der Energiewirtschaft denkbar. Wir müssen aber die Rahmenbedingungen anpassen“, schilderte Barkey die Entwicklungsmöglichkeiten von Genossenschaften.

Im RWGV haben sich 700 Unternehmen zusammengeschlossen, die rund 3,2 Millionen Mitgliedern gehören. Hierzu zählen 200 Banken mit einer Bilanzsumme von 280,3 Milliarden Euro, 167 landwirtschaftliche Warengenossenschaften und Zentralen mit einem Umsatz von mehr als 24,3 Milliarden Euro, 327 gewerbliche Dienstleistungs- und Handelsgenossenschaften mit einem Umsatz von mehr als 10,4 Milliarden Euro sowie sechs weitere. Damit ist die Genossenschaftsgruppe die mitgliederstärkste Wirtschaftsorganisation in der Region. Der RWGV steht als Prüfungs-, Beratungs- und Bildungsverband im Dienste seiner Mitgliedsgenossenschaften und vertritt ihre Interessen.

(RWGV e.V.)


 


 

Genossenschaften
RWGV
Energiewirtschaft
Neugründung
Regierungsfraktionen
Umsatz
Potenzial

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Genossenschaften" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: