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  • 14.04.2014, 10:29 Uhr
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  • Gronau-Epe / Münsterland
Salzgewinnungsgesellschaft

Ölaustritt auf Weide der SGW

An mindestens drei Stellen auf einer Weide am Dachsweg, die der Salzgewinnungsgesellschaft (SGW) gehört, ist Öl aus dem Boden ausgetreten. Experten der Bezirksregeierung, des Kreises Borken und der Stadt Gronau sind auf der Suche nach der Ursache.

Die Kühe merkten als erste, dass etwas nicht stimmt: Sie hatten am Samstag plötzlich schwarze Füße, weil auf ihrer Weide Öl aus dem Boden trat. Inzwischen steht fest: An mindestens drei Stellen auf dieser Weide, die der Salzgewinnungsgesellschaft (SGW) gehört, ist Öl aus dem Boden ausgetreten. Die Ursache für den Zwischenfall ist unklar – auch für die Experten der SGW und einer sofort gebildeten Koordinierungsgruppe mit Vertretern der Bezirksregierung Arnsberg (als Bergamt für die Salzgewinnung zuständige Aufsichtsbehörde), des Kreises Borken und der Stadt Gronau. „Ob das Öl möglicherweise aus einer rund 400 Meter entfernten zurzeit druckentlasteten Ölkaverne stammt oder aus einem sieben Jahre zurückliegenden Leitungsschaden in diesem Bereich oder andere Gründe hat, kann zurzeit nicht beantwortet werden“, so die SGW. Die betroffene Ölleitung war damals stillgelegt und der Schaden repariert worden.

Unmittelbar nachdem jetzt am Samstag ein Landwirt den Zwischenfall gegen 16.30 Uhr gemeldet hatte, wurden SGW-Mitarbeiter aktiv: Sie setzten Ölsperren in Gräben und leiteten bis in die Nacht Untersuchungen ein. Rund drei Kubikmeter Öl-Wasser-Erdgemisch wurden bisher auf der Weide abgesaugt. An neun weiteren Stellen der Fläche sei bei Kontrollen kein Öl gefunden worden. Die SGW geht derzeit davon aus, dass nur die eine Weide betroffen ist.

Ausmaß des Schadens soll durch Kontrollwelle ermittelt werden

Ein leichter Druckabfall in einer Öl-Kaverne hatte bereits Ende Februar für Wirbel bei der Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen gesorgt: Die Kaverne wurde entlastet, das System kontrolliert, Auffälligkeiten aber nicht festgestellt. SGW-Betriebsleiter Martin Hart stellte Anfang April fest: „Das gesamte System ist tipptopp in Ordnung, und es hat keinen Ölverlust gegeben.“

Jetzt soll – von Gutachtern begleitet – eine neue große Kontrollwelle mit Boden- und Wasseruntersuchungen, Bodenabtrag auf der Weide und Sondierungsbohrungen im Umfeld anrollen, um das Ausmaß des Schadens zu ermitteln und einzugrenzen. Eine Freigabe des Kavernenbetriebes durch die Bergbehörde erfolge erst nach vollständiger Aufklärung des Vorfalls, heißt es in einer SGW-Mitteilung weiter. Die Koordinierungsgruppe werde erneut zusammenkommen, wenn neue Erkenntnisse vorliegen. Schieber in Gräben sollen auch bei Regen Wasser zurückhalten. Und es gibt noch eine weitere Vorsichtsmaßnahme, auch wenn sie irgendwie hilflos klingt: „Saugwagen stehen bereit“, so die SGW.

Hintergrund
Ölspeicherung in Salzkavernen
In 1.000 bis 1.400 Meter Tiefe erstreckt sich unter dem Eper Amtsvenn eine 200 bis 400 Meter dicke Salzschicht. Seit den 1970er Jahren wird hier durch die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW) Salz abgebaut. Die dabei entstehenden Hohlräume (Kavernen) werden danach zur Lagerung von Gas und Öl genutzt. Zur Salzgewinnung wird Wasser durch Bohrlöcher in die Salzschicht gespült. Die dabei entstehende Sole fließt durch Rohrleitungen in Richtung Niederrhein zu Chemie-Standorten. Jährlich fördert die SGW in Epe rund zwei Millionen Tonnen Salz in Form von Sole. Die leeren Hohlräume (Kavernen) werden danach zur Lagerung von Gas und Öl genutzt. Das Eper Kavernenfeld ist mit mehr als 100 Kavernen das größte Europas. Die Gesamtkapazität reicht für die Lagerung von 3,5 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas. Im Zuge der Ölkrise wurde der SGW 1974 auch die Genehmigung für die Einlagerung von Rohöl und Rohölprodukten erteilt. Zur Zeit umfasst der von der SGW betriebene Ölspeicher drei Kavernen (mit 1,4 Millionen Kubikmeter Öl als nationale Reserve). Das Mineralöl gelangt über die Fernleitung Wilhelmshaven - Wesseling der Nord-West Ölleitung GmbH (NWO) zunächst nach Ochtrup. Von hier führt eine elf Kilometer lange Stichleitung in das Kavernenfeld Epe. Über SGW-eigene Leitungen werden die Ölkavernen sowohl an die Pumpstation als auch an das Solenetz angebunden. Das SGW-eigene Öl-Feldleitungsnetz ist rund 1,6 Kilometer lang.

(Klaus Wiedau, WN)


 


 

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