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  • 19.02.2015, 08:51 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Sanierungsarbeiten auf der A1

A1-Hochwasserschäden-Sanierung dauert länger und kostet mehr

Aus Weihnachten 2014 wird Sommer 2015, anstelle der anfangs kalkulierten Kosten von zwei Millionen Eu­ro stehen am Ende wohl 4,5 Millionen un­term Strich. Nein, die Sanierung der auf einer Länge von fast zehn Kilometern hochwassergeschädigten A 1 zwischen dem Kreuz Münster-Nord und der Anschlussstelle Greven läuft nicht richtig rund.

Vor ein paar Tagen auf der Baustelle: Oben steht Chris­ti­an Struck vom Landesbetrieb Straßen NRW, weiter un­ten wühlt sich ein Bagger durch den leicht verschneiten Grund. Könnte auch er oben stehen, wäre alles gut.

Der Starkregen zog im Juli 2014 nicht nur die Städte Münster und Greven in Mitleidenschaft; er richtete auch auf der A 1 einen beträchtlichen Schaden an. „Die Fahrbahn ist zur Mitte hin erhöht, damit das Wasser besser abfließen kann“, erklärt der Projektleiter. In der Regel funktioniert das einwandfrei; mutiert ein normaler Sommerregen jedoch zu einem Jahrhundertereignis, sieht die Sache anders aus. Das Wasser schoss vor sieben Monaten wie ein Sturzbach die Böschungen hinab – und riss dort den Oberboden mit sich. „Die Risse waren bis zu ei­nem Me­ter tief“, sagt Struck.

Das ist zwar ärgerlich, für die Fachleute vom Landesbetrieb aber im Grunde genommen kein Problem. Im Oktober begann die Sanierung.

Größere Schäden als vermutet

Der erste Schlag traf Struck, als die Westseite des betroffenen Abschnitts gerodet worden war. Dort, wo es besonders tief hinun­tergeht und die Böschung sehr steil ist. „Da haben wir gesehen, dass die Schäden größer waren als vermutet.“ Schlag zwei kam mit der sogenannten bautechnischen Bodenbeurteilung. Dabei kam heraus, dass der äußere Fahrbahnrand zwar einiges trägt, derzeit nur eben möglicherweise keine 40-Tonner. Genau die aber sollten dort stehen – schwere Lkw und Bagger, damit die Böschung in Fahrtrichtung Münster von oben nach un­ten angefüllt und stabilisiert werden kann.

So sah es zumindest der ursprüngliche Plan vor, der in Fahrtrichtung Greven übrigens funktioniert. „Hätten wir überall so arbeiten können, wären Zeitrahmen und Kosten eingehalten worden“, sagt der Projektleiter im bedauernden Konjunktiv.

Arbeitsintensiver(er) Plan B

Nun also Plan B. Der dreht im Grunde genommen die Arbeitsrichtung einfach um. Nun also schaufeln die Bagger vom Fuß des Dammes mit Zement und Kalk vermörteltes Erdreich auf die Böschung, die zudem stabilitätsfördernd terrassiert werden wird. Plan B klingt zwar wie Plan A nur mit anderem Richtungszeichen. Er ist allerdings ungleich arbeitsintensiver, zu­mal hierbei auch der Dammfuß, also der Bereich unmittelbar vor der ei­gentlichen Böschung, befestigt werden muss, damit das schwere Gerät dort entlangrollen kann.

„Im Sommer sind wir fertig“, sagt Struck sehr sicher. Das aufwendige Verfahren macht Sinn, meint der Projektleiter. Grundsätzlich natürlich, aber auch mit Blick auf den anstehenden sechsspurigen Ausbau. „Jetzt können wir den gesamten Verkehr über die westliche Spur führen.“ Die Böschung werde der Mehrbelastung definitiv standhalten.

(Elmar Ries, WN)


 


 

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