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  • 28.05.2013, 09:15 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Schienen-Personen-Nahverkehr

Reaktivierung der WLE-Strecke für den Personenverkehr geplant

Sie meinen es ernst: Die Mitglieder des „Zweckverbandes Schienen-Personen-Nahverkehr Münsterland“ (ZVM) wollen in der nächsten Verbandsversammlung am 15. Juli Planungsaufträge für die Reaktivierung der WLE-Strecke für den Personenverkehr vergeben.

Denn nur wenn eine Planung vorliege, könnten Fördermittel beantragt werden, erklärten am Montagmorgen Landrat Dr. Olaf Gericke und Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe beim Pressegespräch im ehemaligen Wolbecker Bahnhof. „Wir wollen die Planungen bis zur Antragsreife beauftragen“, erklärte ZVM-Geschäftsführer Michael Geuckler. Ein bis eineinhalb Jahre werde das in Anspruch nehmen. „Wir sind dann sehr weit“, so Dr. Olaf Gericke.

Die Jahre der Diskussion über das Projekt sollen passé sein. Weitere Gutachten oder Untersuchungen soll es auch nicht mehr geben. Lewe und Gericke sind sich darin einig, dass die „Zeiten politischer Absichtserklärungen“ zur WLE-Reaktivierung der Vergangenheit angehören sollen.

Letzer Personenzug im September 1975

Der letzte reguläre Personenzug auf der Strecke im September 1975 soll nicht der allerletzte gewesen sein. „Der Bedarf und die Nachfrage nach Schienenverkehr wachsen in Münster und im Münsterland immens“, erklärte Markus Lewe. Mit der Reaktivierung der WLE gebe es künftig in Münster 14 Bahnhaltepunkte. „Über Stilllegung von Strecken redet heute niemand mehr“, so der OB. „Die Verbindungen vom ländlichen Raum zum Oberzentrum sind immens wichtig“, fügte Olaf Gericke an. Vor allen auch für Sendenhorst und Albersloh, wo im Bereich der Bahn neue Wohngebiete entwickelt worden seien.

Natürlich geht es nicht nur um die Planung, sondern auch um viel Geld. Die Investitionen belaufen sich nach derzeitigen Berechnungen auf 32,8 Millionen Euro. Und da sich im Bund und im Land immer mal wieder Fördertöpfe für „intelligente Infrastruktur“ auftäten, sei es wichtig, schnell eine fertige Planung für die Trasse auf den Tisch legen zu können.

„Die Förderung der Schiene ist intelligent“

Das ist das eine. Das andere: die Deckung des erwarteten jährlichen Defizits von 3,8 Millionen Euro. Darüber werde geredet, sagten Lewe und Gericke. Wobei der Landrat auch deutlich machte, dass die Stadt Münster und der Kreis Warendorf das Minus nicht allein tragen könnten. Auch hier geht die Hoffnung in Richtung Düsseldorf. „Die Förderung der Schiene ist intelligent“, ist sich Münsters OB sicher. Straßenplanungen, so Olaf Gericke, seien rechtlich weit aufwändiger, wie sich auch bei den Ortsumgehungen in Sendenhorst und Albersloh zeige. „Wir haben eine Trasse.“ Eine neue zu planen und zu realisieren, sei heutzutage wegen des Planungsrechts „faktisch unmöglich“.

Michael Geuckler geht davon aus, dass bei der Bewilligung der Fördergelder der erste Zug nach regulärem Fahrplan zwischen Sendenhorst und Münster im Jahr 2020 fahren wird.

Sonderfahrten zum Hafenfest

Am kommenden Sonntag verkehren aus Anlass des Hafenfestes zwei moderne Züge der DB Regio zwischen 12 und 20 Uhr nach einem Fahrplan zwischen Sendenhorst und dem Bahnhof Münster-Ost als „erster Test für den Personenverkehr“. Allerdings, so Geuckler, mit einer Geschwindigkeit von zehn bis 30 Stundenkilometern. Es gelten die regulären Fahrkarten des Münsterland-Tarifs.

(Josef Thesing)


 


 

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