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  • 20.05.2015, 13:17 Uhr
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  • Münster / Neuss
Schuldnerklima in Deutschland

Überschuldungsrisiko in Deutschland wieder gesunken – in Bayern bestes SchuldnerKlima

Das SchuldnerKlima in Deutschland hat sich im Frühjahr 2015 spürbar verbessert und liegt aktuell mit 110 Punkten (Winter 2014/15: 94 Punkte) deutlich im positiven Bereich. Das ist das Kernergebnis der aktuellen repräsentativen Frühjahrsumfrage von Boniversum.

„Das Überschuldungsrisiko der deutschen Verbraucher ist im Frühjahr 2015 überraschenderweise merklich gesunken. Eine Entwarnung können wir aber auch jetzt noch nicht geben. Wir gehen aktuell eher von einer stagnierenden Schuldnerzahl – wenn nicht sogar von einem Anstieg – für die nächsten Monate aus“, sagt Ralf Zirbes, Geschäftsführer von Boniversum.
Im Bundesländervergleich weisen bis auf Berlin und Thüringen alle Bundesländer einen Anstieg des SchuldnerKlimas und somit einen Rückgang des Überschuldungsrisikos auf. Bayern (114), Nordrhein-Westfalen (111), Hamburg (110) und Hessen (110) führen hier das Ranking an. Schlusslichter sind derzeit Thüringen (97) und Bremen (96). Insgesamt zeigt sich das SchuldnerKlima in den westlichen Bundesländern, wie auch beim Trend der Überschuldungsfälle laut SchuldnerAtlas Deutschland 2014, freundlicher als in den östlichen Ländern.

Verbraucher bewerten eigene wirtschaftliche Lage deutlich besser als im Vorquartal – Sparneigung steigt sprunghaft

Die deutschen Verbraucher schätzen ihre aktuelle wie auch auch die künftige wirtschaftliche Lage wieder deutlich besser ein als noch im Vorquartal. 35 Prozent (Winter 2014/15: 25 Prozent) der Deutschen bewerten ihre aktuelle Lage mit einer guten oder sehr guten Schulnote. Insbesondere in Hessen und Baden-Württemberg sind die Verbraucher mit ihrer wirtschaftlichen Lage derzeit am zufriedensten. Auch der Blick in die Zukunft fällt deutlich optimistischer aus. Rund 37 Prozent (Winter 2014/15: 27 Prozent) der Verbraucher bewerten ihre zukünftige Lage gut bis sehr gut. Auch die Sparneigung ist im Frühjahr 2015 erstaunlicherweise und im Gegensatz zu den letzten drei Auswertungen sprunghaft angestiegen. Derzeit sparen wieder 37 Prozent der Deutschen regelmäßig. „Die deutschen Verbraucher zeigen aktuell offensichtlich mehr Ausgabenvorsicht als noch im letzten Jahr. Augenscheinlich üben sie aufgrund der geopolitischen Rahmenbedingungen finanzielle Zurückhaltung oder sie setzen eher auf langfristige finanzielle Engagements wie Immobilien“, so Zirbes.

Kreditnutzung hat deutlich abgenommen

Zugleich hat auch das Niveau von Kreditnutzung und Verbindlichkeiten sowie der kreditbasierten Anschaffungsbereitschaft der deutschen Verbraucher im Frühjahr 2015 zum Teil deutlich abgenommen. Derzeit geben im Mittel noch 62 Prozent (Winter 2014/15: 64 Prozent) der Verbraucher an, Kredite oder sonstige finanzielle Verbindlichkeiten zu haben. Allerdings haben Kredite zur Immobilienfinanzierung in der aktuellen Umfrage deutlich zugenommen. Generell scheint der Konsum langfristiger Investitionsgüter aktuell in der Gunst der Verbraucher vorne zu liegen. Kredite werden derzeit am häufigsten von Verbrauchern in Brandenburg genutzt. Auffällig: Für die Zukunft plant nur noch jeder vierte deutsche Verbraucher (24 Prozent; - 10 Punkte), weitere Anschaffungen mit Krediten zu finanzieren. Allerdings hat auch hier die Bereitschaft in den nächsten Monaten eine Immobilie zu finanzieren zugenommen.

Schuldenstress der Verbraucher ist spürbar gesunken

Der subjektive Schuldenstress ist im Frühjahr 2015 spürbar gesunken. Derzeit haben etwa 11 Prozent (Winter 2014/15: 14 Prozent) der deutschen Verbraucher häufig das Gefühl, dass ihnen ihre finanziellen Verbindlichkeiten über den Kopf wachsen könnten. Im Bundesländervergleich zeigen in Mecklenburg-Vorpommern besonders viele Verbraucher das Gefühl einer finanziellen Überforderung (16 Prozent). Auch weniger Verbraucher (48 Prozent) als noch im Winter 2014/15 (57 Prozent) kennen derzeit Personen aus ihrem persönlichen Umfeld, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken.

Erkennbarer Positivtrend, aber Skepsis bleibt

Alles in allem und trotz positiver Konjunkturprognosen kann auch vor dem Hintergrund der geopolitischen Rahmenbedingungen dennoch keine Entwarnung für das SchuldnerKlima in Deutschland gegeben werden. Zwar ist der Positivtrend unverkennbar, aber im Langzeittrend bleibt das SchuldnerKlima (vorerst) unterdurchschnittlich, allerdings wieder besser als im Gesamtjahr 2014.

(Creditreform Boniversum)


 


 

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