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  • 02.04.2014, 09:51 Uhr
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  • Münster / Münsterland
„Sozialgerechte Bodennutzung“

Ist der Trend zu immer größeren Wohnungen gestoppt?

Gehen die in ihrer Größe normierten Sozialwohnungen am Markt vorbei? Manche Architekten meinen ja, das Wohnungsamt aber sagt nein. Bei Sozialwohnungen ist alles geregelt. Bei einer Person dürfen sie nicht größer als 47 Quadratmeter sein, um gefördert zu werden, bei einer Zwei-Zimmer-Wohnung sind es 62 Quadratmeter, bei drei Zimmern 77.

Im Zuge des Programms „Sozialgerechte Bodennutzung“ will die Stadt Münster den Anteil des öffentlich geförderten Wohnungsbaus in zahlreichen Neubauquartieren deutlich erhöhen. Ein Bestreben, das den Architekten Christoph Thiel, der als sachkundiger Bürger dem Planungsausschuss angehört, zu der Befürchtung veranlasst, hier könne ein neuer Leerstand produziert werden.

„Die in den Förderrichtlinien festgesetzten maximalen Wohnungsgrößen sind seit Jahrzehnten so festgeschrieben und nicht besonders üppig. Gerade auch für Senioren, die größere Wohnungen freimachen sollen und sich kleiner setzen.“

Gabriele Regenitter, Leiterin des städtischen Wohnungsamtes, kann diese Sorge nicht nachvollziehen. Bei den kleinen Wohnungen für Singles „steht in Münster nichts leer“.

Trend zu größeren Wohnungen

Auch auf dem frei finanzierten Wohnungsmarkt geht Regenitter nicht davon aus, dass sich der in den vergangenen Jahren erkennbare Trend zu größeren Wohnungen unverändert fortsetzen werde. Immer mehr Normalverdiener würden an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten stoßen: „Wir werden nicht reicher.“

Unterstützung erhält Regenitter in dieser Argumentation von Klemens Nottenkemper, Chef des städtischen Wohnungsunternehmens Wohn- und Stadtbau. „Wir brauchen weniger Wohnungen mit 130 Quadratmetern und mehr mit 80.“

Das Konzept der „ sozial gerechten Bodennutzung“ hält er für sinnvoll, „weil es hilft, die Grundstückpreise zu drücken“. Öffentlich geförderte Wohnungen seien für den Bauherrn nur dann finanziell darstellbar, wenn der Grundstückpreis klar unter 400 Euro je Quadratmeter liege. Wunder, so Nottenkemper weiter, seien von dem neuen Konzept aber nicht zu erwarten. Dafür sei der Wohnungsmarkt zu groß.

(Klaus Baumeister, WN)


 


 

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