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  • 22.04.2015, 09:04 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Sparkasse Gronau

Politisches Gerangel um Sparkasse Gronau

Die ersten zarten Fusionsgespräche der Sparkasse Gronau sowohl mit der Sparkasse Münsterland Ost (Münster) als auch mit der Sparkasse Westmünsterland (Ahaus/Dülmen) haben inzwischen eine politische Dimension erreicht. Der Verwaltungsrat der Sparkasse Gronau trifft am Freitag eine Vorentscheidung in der Frage, mit welcher der beiden Banken intensive Fusionsgespräche aufgenommen werden. Gronau Stadtrat entscheidet in der kommenden Woche.

Dass Geldinstitute miteinander fusionieren, ist in heutigen Zeiten keine Besonderheit mehr – angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen durch die anhaltenden Niedrigzinsen, des scharfen Wettbewerbs im Firmen- und Privatkundengeschäft sowie der ständig steigenden regulatorischen Anforderungen.

Die Sparkasse Gronau (Bilanzsumme 453 Millionen Euro) hat mit Blick auf eine breitere Basis für die Zukunft ihre Fühler nach einem starken strategischen Partner ausstreckt und Kontakt zur Sparkasse Münsterland Ost aufgenommen. Das größte und wirtschaftlich stärkste regionale Geldinstitut im Münsterland, das bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag eine Bilanzsumme von 8,75 Milliarden Euro vorstellen wird, zeigt ein großes Interesse an einer engen Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsregion Gronau, zu der es vielfältige Verbindungen gibt. Vor wenigen Tagen legten die Münsteraner ihr Angebot vor, das Insider als „sehr gut“ bezeichnen. Danach soll Münsters große Sparkasse, mit deren Dienstleistungszentrum die Gronauer seit Jahren zusammenarbeiten, „gute Karten“ haben. Die lukrativen Gesellschafteranteile und die hohen Ausschüttungen sprechen für sich.

Parallel – und das macht den Poker so spannend und ungewöhnlich – führen die Gronauer Gespräche mit der Sparkasse Westmünsterland, die ebenfalls im Kreis Borken beheimatet ist. Vertreter dieses Geldinstitutes gaben am Dienstag ihr Angebot ab.

Nachbarschafts- oder Sprung-Fusion?

Vor allem der Landrat des Kreises Borken, Dr. Kai Zwicker, wirbt als stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland durchaus intensiv für diesen Zusammenschluss. Wie zu hören ist, wird im Kreis Borken sogar das regionale Miteinander infrage gestellt, sollte sich Gronaus Sparkasse nach Münster orientieren. So sollen in dieser Frage bereits deutliche Worte zwischen Zwicker und Oberbürgermeister Markus Lewe, der Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse Münsterland Ost ist, gefallen sein.

Das Sparkassengesetz wird – je nach Auslegung – von beiden Seiten anders interpretiert. Üblicherweise fusionieren Nachbarschaftsbanken miteinander. Doch Sprungfusionen sind mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit keine Ausnahme. Beispiele wie die Sparkasse Köln-Bonn lassen grüßen.

Eine Vorentscheidung, mit welcher der beiden Sparkassen die Gronauer nun in Fusionsgespräche gehen, fällt am Freitag im Verwaltungsrat. Wie zu hören ist, soll eine Fusion mit Münster mehrheitsfähig sein. Gronaus Stadtrat entscheidet dann am 29. April, mit welcher Sparkasse weiter verhandelt wird.

(Ralf Repöhler, WN)


 


 

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