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  • 14.08.2015, 09:24 Uhr
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  • Münster / Düsseldorf
Sparkassen in Westfalen-Lippe

Kreditgeschäft legt an Dynamik zu

„Die haben richtig gut zu tun.“ – In Zeiten, in denen Banker meist über Niedrigzins und Regulatorik klagen, lässt so ein Satz aufhorchen. Tatsache ist: Die 70 Sparkassen in Westfalen-Lippe konnten in den zurückliegenden zwölf Monaten sowohl im Kreditneugeschäft als auch bei den Kundeneinlagen so deutlich zulegen, dass sich Dr. Rolf Gerlach, Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, ein zufriedenes Lächeln nicht verkneifen konnte. „Beeindruckend lebhaft“, beschrieb Gerlach bei der Halbjahresbilanz das Geschäft der Geldhäuser.

In Zahlen: Die Bilanzsumme aller 70 Institute wuchs im Jahresvergleich um über 2,6 Mrd. auf 122,6 Mrd. . Beim Kreditneugeschäft verzeichneten die Sparkassen bei Unternehmen und Selbstständigen einen Zuwachs um 26,6 Prozent. Sie sagten bis zum 30. Juni insgesamt 4,3 Mrd. zu. Im ersten Halbjahr kamen 23 600 neue Verträge mit Firmenkunden zustande (plus 7,7 Prozent).

Im Regierungsbezirk Münster schnitten die Sparkassen auf diesem Feld sogar noch besser. Mit einer Summe von 1,1 Mrd. wuchs das Kreditneugeschäft im Vergleich zum Jahreszeitpunkt sogar um 37,9 Prozent. „Das Münsterland erweist sich erneut als wirtschaftsstärkste Region in Nordrhein-Westfalen. Hier wird investiert und auf Wachstum gebaut“, so Gerlach.

Hohe Zuwachsraten verbuchten die Sparkassen im Kreditneugeschäft mit Privatkunden. Verbandsweit stieg der Wert um ein Viertel auf 3,7 Mrd. . Die Darlehenszusagen für den Wohnungsbau stiegen um 32,8 Prozent auf 3,9 Mrd. .

Dass gleichzeitig der Einlagenbestand um 2,9 Prozent auf 89,2 Mrd. wuchs, überrascht auch die Banker. Bei mehr als der Hälfte der Einlagen handelt es sich inzwischen um Sichteinlagen mit Tagesgeldern. Dies gab es bei den Sparkassen noch nie.

Als „auskömmlich“ bezeichnete Vizepräsident Jürgen Wannhoff das Betriebsergebnis vor Bewertung zur Jahresmitte. In einer Pro-gnose geht der Verband von 1,25 Mrd. aus. Dies entspräche einem Rückgang um 7,9 Prozent – ausgelöst in erster Linie durch Einbußen beim Zinsüberschuss und höhere Kosten.

Bei der Rentabilität bezogen auf die durchschnittliche Bilanzsumme sollen die westfälisch-lippischen Institute aber weiter einen sehr guten Wert in der Sparkassenlandschaft erreichen. Wannhoff: „Mit 1,02 Prozentpunkten liegen wir klar über dem Schnitt. Damit sind wir sehr zufrieden.“

(Wolfgang Kleideiter, WN)


 


 

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