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  • 21.03.2013, 08:55 Uhr
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  • Lotte
Spielwaren-Großhandel

Umstrukturierungen für mehr Internet-Handel und Service

Die Firma Hoffmann Company in Lotte-Büren ist Deutschlands führender Spielwaren-Großhändler. Hier hat sich in den vergangenen zwei Jahren eine Menge getan. Die neu gebaute Firmenzentrale ist das äußerlich sichtbare Zeichen.

Die wachsende Bedeutung des Online-Geschäfts machte aber auch eine Reihe von inneren Umstrukturierungen erforderlich, die Geschäftsführerin Birgit Gensch und Marketing-Leiterin Vanessa Kristahn jetzt vorstellten.

Beim Rundgang durch den ebenfalls im neuen Firmengebäude untergebrachten, mit rund 2.300 Quadratmetern erheblich vergrößerten Showroom erläuterten sie die neuesten Trends und Entwicklungen auf dem Spielzeugmarkt.

Diese lassen sich im neuen Ausstellungsraum, der einer großen Messehalle gleicht, erheblich besser präsentieren als im alten Gebäude: Es ist nicht nur Platz für Aktionsflächen und für die Ausstellung von Artikeln fürs Saisongeschäft – derzeit wird bereits das Sortiment für das Weihnachtsgeschäft aufgebaut –, für die Präsentation von Eigenmarken und Lizenzartikeln, sondern auch für die Ausstellung von maßgeschneiderten Präsentationskonzepten für den jeweiligen Einzelhändler.

Große Bedeutung habe die Produktsicherheit, für deren Prüfung ein insgesamt fünfköpfiges Team zuständig sei.

Beratung der Kunden wird immer wichtiger

Überhaupt werde die Beratung der Kunden von der Regaleinrichtung über Fernerkennung mittels beleuchteter Marken-Logos bis zur optimalen Platzausnutzung immer wichtiger: „Wir verkaufen nicht nur Ware, sondern beraten auch auf Betriebsebene“, sagte Vanessa Kristahn. Und erläuterte, dass die Kunden zunehmend nicht nur aus dem Spielwareneinzelhandel, sondern auch aus dem Lebensmittel- und Supermarktbereich kommen.

Da solche Dienstleistungen immer wichtiger würden, „haben wir 2011 die Firma Hoffmann Service gegründet“, berichtete sie. 17 speziell qualifizierte Mitarbeiter aus dem früheren Außendienst betreuen dort vor allem Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel bis hin zur Regalpflege.

Wie Geschäftsführerin Birgit Gensch erklärte, wurden zudem die Gebiete im Außendienst neu verteilt, die Verwaltung zentralisiert, Vertrieb und Logistik neu strukturiert und im vergangenen Jahr ein neues IT-System eingeführt. Die Umstellung auf die neue Informationstechnik und die „komplett neue Unternehmens-Software“ sei allerdings nicht ohne Reibungsverluste gelaufen.

„2012 war ein schwieriges und auch schmerzhaftes Jahr für uns“, räumte die Geschäftsführerin ein: „Das Ostergeschäft im März/April vergangenes Jahr hat es uns komplett verhagelt, weil uns wegen der Startschwierigkeiten viele Kunden abgesprungen sind.“ Schmerzhaft sei der Prozess vor allem deshalb gewesen, weil man sich im Zuge der Neustrukturierung und verstärkten Ausrichtung auf Dienstleistungen und E-Commerce, also den elektronischen Handel übers Internet, auch von Mitarbeitern habe trennen müssen.

Insgesamt, also einschließlich des Tochterunternehmens The Toy Company (TTC) in Hongkong, habe man als Reaktion auf die Marktentwicklung 40 Kündigungen, zumeist für Außendienstler, aussprechen müssen, „davon 25 hier in Lotte“.

Die Firmenstandorte in Österreich (eine Mitarbeiterin) und im süddeutschen Schnelldorf (15 Mitarbeiter inklusive Außendienst) wurden geschlossen, berichtete die Geschäftsführerin weiter. Und: Statt bisher zwei gibt es nur noch einen Außendienstleiter für ganz Deutschland.

Der Kraftakt der Spezialisierung und Neuqualifizierung – Stichworte sind neben der „ganzheitlichen“ Kundenberatung „Multi-Channel“-Handel und „Drop Shipping“ – ist laut Gensch und Kristahn inzwischen so weit gediehen, dass sich erste positive Wirkungen zeigen: „Viele Kunden und Lieferanten haben gemerkt, was sie an uns haben, und kommen jetzt zurück“, so Kristahn.

Birgit Gensch unterstrich die unternehmerische Verantwortung für die langfristige Entwicklung und die verbliebenen 400 Mitarbeiter: „Solche Konsequenzen sind manchmal nicht zu verhindern. Es gibt keine Alternative, als sich zukunftsfähig aufzustellen.“

(Angelika Hitzke)


 


 

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