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  • 06.02.2015, 08:30 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Sportartikel-Händler

Decathlon will erneut über Ansiedlung verhandeln

Ludger Niemann, Repräsentant des französischen Sportartikelhändlers Decathlon, kann seinen Ärger im großen Saal des Verwaltungsgerichts Münster nur schwer zähmen. Nach der neuerlichen Verhandlung am Donnerstagvormittag steht für den Geschäftsmann fest: Die Stadt werde wieder Gründe finden, „einen unserer Märkte in Münster zu verhindern, Konkurrenzschutz wird hier mit Planungsrecht betrieben“.

Dennoch wird Niemann mit seinem Anwalt nun erneut der Genehmigungsbehörde darlegen, wie genau der Markt an der Robert-Bosch-Straße auf dem ehemaligen Firmengelände des Betonwerkes Pebüso gestaltet werden soll. Auf welchen Flächen etwa Badehosen, auf welchen Kletterhaken, Zeltheringe, Kanupaddel, Skistöcke oder Stepper fürs private Fitnessstudio angeboten werden sollen. Die vorliegende Bauvoranfrage für einen Sportfachmarkt mit rund 3.600 Quadratmetern Verkaufsfläche war in den Augen des Richters zu unpräzise, als dass die Stadt einen positiven Bescheid hätte erteilen können. Gegen die Ablehnung der Voranfrage hatte Decathlon geklagt.

Das Unternehmen zieht auf Empfehlung des Richters nun seine Klage zurück – um Gerichtskosten zu sparen. An seinem unbedingten Willen, in Münster auf dem brachliegenden Grundstück eine Filiale zu eröffnen, ändert das nichts, wie Niemann klarstellte. Er hat keinen Zweifel, dass er sein Ziel erreichen wird. Niemann: „Wir haben einen langen Atem.“

Gericht: Keine grundsätzlichen Bedenken

In der Tat erklärte der Richter bei der Verhandlung, dass grundsätzlich nichts gegen die Ansiedlung des Marktes auf diesem Grundstück spräche. Das Konzept passe prinzipiell zum Standort, gab er zu Protokoll. Decathlon schöpft daraus die Hoffnung, bei einer erneuten Auseinandersetzung vor Gericht bessere Chancen zu haben.

Auch Peter Büscher, Eigner des Grundstücks, bleibt gelassen. Er will sein Gelände nur an Decathlon verkaufen – und betonte, keine Eile zu haben.

Münster ist Wunsch-Standort

Für den Sportartikel-Einzelhändler mit über 700 Filialen in 19 Ländern, davon 23 in Deutschland, ist Münster seit Langem ein Wunsch-Standort. Schon jetzt werde nach Niemanns Darstellung in den nächstliegenden Filialen im Ruhrgebiet jährlich ein siebenstelliger Umsatz mit Kunden aus Münster gemacht.

Hintergrund des geltenden Bebauungsplans für das Grundstück an der Umgehungsstraße ist das Einzelhandelskonzept der Stadt, das den Handel im Zentrum schützt. Danach dürfen Fachmärkte in Randlagen nur auf zehn Prozent der Verkaufsfläche ein Sortiment verkaufen, das auch Händler in der Innenstadt bieten.

Die Vertreter der Stadt betonten vor Gericht die Gesprächsbereitschaft der Behörde. Niemanns Anwalt Dr. Paul Lodde ist zuversichtlich. „Sollte es in diesem Jahr zu einer Einigung kommen, könnte der Markt 2016 eröffnen.“

(Karin Völker, WN)


 


 

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