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  • 02.09.2015, 10:23 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Standfeste Brückenbauer

Ingenieurbüro Thomas & Bökamp übernimmt bei vielen Projekten eine tragende Rolle

Spektakuläre Projekte? Das war für Dr. Heinrich Bökamp der schräge LVM-Turm und die Brücke zwischen beiden Türmen. Da darf sich nichts bewegen, sagt der Ingenieur aus Münster, sonst würde die Brücke abfallen. Um genau dies zu verhindern, dafür sind Ingenieure wie Bökamp verantwortlich. Sie hinterlassen überall ihre Spuren.

Der 58-Jährige denkt auch an die Torminbrücke in Münster, an die Stadtbücherei, an die Münster-Arkaden und an viele Autobahnkilometer auf der A 20 an der Ostsee oder auf der A 73 in Thüringen. Aktuell ist das Büro beratend im Neubau der Oberfinanzdirektion unterwegs.

Ein Gebäude, sagt Bökamp, das viel Technik aufweist, die man auf den ersten Blick vielleicht nicht sieht. Die Ingenieure von Thomas & Bökamp arbeiten als Prüfstatiker, Gutachter und Sachverständige. Die Tragwerksplanung ist ein Schwerpunkt und damit die Standfestigkeit von Gebäuden und Brücken.

Dr. Heinrich Bökamp ist in seinem bisherigen Berufsleben schon über mehr als sieben Brücken gegangen. Mit 80 Prozent nehmen diese Bauwerke einen großen Teil ihrer Ingenieurleistungen ein. Es sind aber nicht nur die riesigen Brücken, die interessieren: „Wir leben auch von vielen kleinen Brücken“, sagt der Chef des Unternehmens „Thomas & Bökamp“, das am heutigen Mittwoch (2. September) mit rund 250 Gästen sein 60-jähriges Bestehen feiert.

Nur wenige Büros schaffen eine solche Zeit, freut sich Bökamp, für den die Arbeit als Ingenieur auch eine Lebenseinstellung ist. Der Chef selbst ist Brückenbauer zwischen Behörden, Verbrauchern und Architekten. Der Münsteraner ist seit 2009 Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW. Als solcher freut er sich, dass sich die Politik zurzeit mit der Frage von Baugenehmigungen für Ein- und Zwei-Familienhäuser beschäftige. Der Fachmann rechnet damit, dass diese Genehmigungen, die 1986 gestrichen wurden, im Frühjahr 2016 wieder Pflicht werden. Häufig sei in den vergangenen Jahren bei technischen Bauvorlagen gespart worden. Viele Schäden tauchten seitdem auf.

Bökamp vergleicht den Hausbau mit einem Autokauf: „Niemand kauft ein gebrauchtes Auto ohne einen Sicherheitscheck, aber bei Häusern schaut man nicht so genau hin.“ Zwar müsste der Bauherr, der das Geld ausgibt, die Verantwortung tragen, doch der benötige Unterstützung. Sobald eine Überprüfung Geld kostet, sagt Bökamp, bliebe die Überprüfung von Leistungen auf der Strecke.

Dabei seien Ingenieure meistens präventiv unterwegs, anders als bei den zuhauf bröckelnden Brücken beispielsweise im Sauerland. Dort hätten sie als Ingenieure schon vor Jahren auf den mangelhaften Zustand aufmerksam gemacht, doch die Politik handelte erst, wenn es fast zu spät sei.

Die Prüfung der Standsicherheit oder eine qualifizierte Bauwerksprüfung sei unverzichtbarer Verbraucherschutz, fordert Bökamp. Dabei sei aber früher auch nicht falsch gebaut worden, betonte der Ingenieur, „doch Baustoffe unterliegen einer Ermüdung“. Aber auch die moderne Architektur sei heute eine große Herausforderung für sie als Ingenieure. Immer weniger tragende Bauteile dürften sichtbar werden. Bökamp wird darüber hinaus aber auch nicht müde, für den Beruf des Ingenieurs zu werben.

(WN)


 


 

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