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  • 18.10.2013, 09:52 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Stillstand jeden Morgen

Rolltreppen im Hauptbahnhof Münster starten später als der Zugverkehr

Die Züge rollen im Hauptbahnhof schon ab 5 Uhr – die Rolltreppen noch nicht. Wer früh morgens den Bahnsteig erreichen will, muss entweder Treppen steigen oder den Aufzug nehmen. Die Bahn arbeitet an Lösungen.

Der aktuelle Zustand ärgert Michael Münstermann, der sich als Pendler an die Westfälischen Nachrichten gewandt hat: Wenn er gegen 6 Uhr morgens den Bahnhof erreicht, stellt er regelmäßig fest, dass die Rolltreppen außer Betrieb sind.

Und das nicht etwa, weil ein technischer Defekt vorliege – sondern aus Gründen der Energieeinsparung. Eine Sprecherin der Bahn erklärt: Zwischen 6 und 6.15 Uhr am Morgen beginnen die Mitarbeiter am Hauptbahnhof ihren Dienst und stellen die Rolltreppen an. Abends, wenn die letzte Schicht Feierabend macht, werden sie zwischen 23.30 und 23.45 Uhr ausgeschaltet.

Nächtliche Rolltreppen-Pause spart Energie

„Die Alternative wäre, die Rolltreppen die ganze Nacht über laufen zu lassen“, sagt die Bahnsprecherin. Doch dadurch, dass sie nachts ausgeschaltet werden, werde im Jahr so viel Energie eingespart, wie 15 Einfamilienhäuser jährlich verbrauchen, rechnet sie vor.

Den Pendlern, die morgens bequem den Bahnsteig erreichen wollen, hilft das wenig. Neben der Umweltfreundlichkeit soll natürlich auch der Service stimmen, beeilt sich die Bahn deshalb zu sagen. Eine Lösung sei für Anfang 2014 in Aussicht: „Es wird daran gearbeitet, dass jede Rolltreppe künftig dann morgens anspringt, wenn auf dem jeweiligen Bahnsteig der Betrieb anläuft.“

Derzeit arbeite die Bahn mit dem Hersteller an einer automatisierten Lösung. Die Programmierung sei aufwendig – die Treppen dürfen sich zum Beispiel nicht automatisch abschalten, wenn noch jemand darauf steht.

Aufzüge als Alternative

Bis dahin bleiben als Alternative die Aufzüge. Und wenn einer davon defekt sei, „dann läuft die entsprechende Rolltreppe auch nachts“, so die Sprecherin der Bahn.

Und könnte ein Bahn-Mitarbeiter nicht einfach eine halbe Stunde früher seinen Dienst beginnen? Dafür müssten sämtliche Dienstpläne geändert werden, heißt es, das sei zu aufwendig. Reisende müssen sich also noch bis Anfang des kommenden Jahres gedulden – dann sollen die Treppen genauso früh rollen wie die Züge.

(Sandra Peter)


 


 

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