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  • 12.03.2014, 09:11 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Strahlenschutzkommission

Neue Empfehlungen für größere Schutzzone

Was passiert, wenn es im Atomkraftwerk Lingen zu einem schweren Unfall kommt? Die von der Bundesregierung eingesetzte Strahlenschutzkommission hat für solch einen Fall jetzt ihre Empfehlungen geändert. Die neuen Ratschläge betreffen auch das Münsterland.

Die Behörden sollen die Vorsichtsmaßnahmen für die Nachbarn des Atommeilers in Lingen erhöhen. Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission hat Montag empfohlen, bei einem schweren Unfall in einem Atomkraftwerk alle Nachbarn, die fünf (statt bisher zwei) Kilometer von einem Atommeiler entfernt leben, binnen sechs Stunden in Sicherheit zu bringen. Zudem soll die daran anschließende „Mittelzone“ von zehn auf 20 Kilometer vergrößert werden. „Die Evakuierung ist so zu planen, dass sie in der Mittelzone innerhalb von 24 Stunden nach der Alarmierung der Behörden abgeschlossen werden kann“, heißt es in dem Bericht.

Nach dem Bericht der Kommission sollen sich die Behörden außerdem darauf vorbereiten, die Bevölkerung im Notfall nicht mehr nur in einem Umkreis von 50, sondern 100 Kilometern mit Jodtabletten versorgen zu können. Diese sättigen die Schilddrüse und verhindern so, dass der Körper radioaktives Jod aufnimmt. Das würde ebenfalls große Teile des Münsterlands berühren. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat angekündigt, die Ratschläge der Experten, die „äußerst unwahrscheinliche schwere Unfälle berücksichtigen“, an die Länder-Innenminister weiterzuleiten. Nach Angaben einer Sprecherin der Bezirksregierung bleibt abzuwarten, ob und wie die Landesregierung auf die Empfehlungen reagiert. Eine Sprecherin des Kreises Steinfurt sagte zu den Vorschlägen: „Die erschrecken uns nicht.“ Die Aktualisierung sei „im Prozess der kontinuierlichen Verfeinerung des Katastrophenplans immer Thema“.

Die Strahlenschutzkommission ist ein Beratungsgremium des Bundesumweltministeriums. Die Mitgliedschaft in der Strahlenschutzkommission ist ein persönliches Ehrenamt. Das Ministerium beruft die Mitglieder, die unabhängig und nicht an Weisungen gebunden sind.

(Stefan Werding, WN)


 


 

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