Weitere Artikel
  • 07.11.2013, 10:02 Uhr
  • |
  • Münster / Münsterland
Studien-Ergebnisse

Genossenschafts-Modell als Konfliktlöser bei der Energiewende

Um mit den Herausforderungen der Energiewende fertig zu werden, sollten Stadtwerke über die Beteiligung von Bürgern nachdenken. Das Modell der Genossenschaften schaffe nicht nur neue Finanzressourcen für notwendige Investitionen, sondern könne auch gesellschaftliche Konflikte lösen helfen.

Zugleich verstärke sich die Kundenbindung, beschreibt eine am Mittwoch in Düsseldorf veröffentlichte Studie die Chancen durch die Einbindung von Genossenschaften.

„Wir haben vor allem die kleinen und mittelständischen Stadtwerke im Auge“, sagte Alexandra Sausmekat, die die Untersuchung für das Beratungsunternehmen Baker Tilly Roelfs geleitet hat. Daran beteiligt waren fünf regionale Energieversorger, darunter aus Gronau und Emsdetten, sowie das Institut für Genossenschaftswesen an der Universität Münster.

„Beteiligung der Bürger willkommen“

Den Investitionsbedarf durch die Energiewende beziffert die Studie mit mehr als 200 Milliarden €. Ein finanzielles Engagement der Bürger sei darum „mehr als willkommen“, fand Sausmekat in vielen Gesprächen mit Entscheidern in Kommunen und Stadtwerken heraus. Die Fachleute denken nicht mehr nur über Bürger- Windparks nach, sondern suchen Modelle der genossenschaftlichen Beteiligung an Stadtwerken. Besonders in ländlichen Regionen finde sich eine breite Klientel – Bürger, die über Kapital verfügen und die Energiewende unterstützen. Idealismus gehört dazu.

Für eine Erfolgsgeschichte sollte hinter jeder Genossenschaft ein konkretes Ziel stehen, das über eine Beteiligung hinausgeht, rät die Studie. Das kann der vergünstigte Bezug von Ökostrom sein oder die Beratung von Kunden.

„Aufbau dezentraler Strukturen in der Energieversorgung“

„Mit der Energiewende verbunden ist der Aufbau dezentraler Strukturen in der Energieversorgung“, verdeutlicht Eric Meyer, Geschäftsführer am Institut für Genossenschaftswesen, die Perspektive. „Bei dieser Regionalisierung muss man die Bürger dringend mit ins Boot holen.“ Genossenschaften seien dafür besonders geeignet – etwa für den Betrieb von Energie-Parks, die Windkraft und Biogasanlagen kombinieren.

Ralf Barkey, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch- Westfälischen Genossenschaftsverbandes, begrüßte die Studie: „Wenn wir von Bürgerbeteiligung reden, sollten wir auch Bürgerbeteiligung ermöglichen, nicht nur politisch, sondern konkret wirtschaftlich.“

(Hilmar Riemenschneider)


 


 

Genossenschaft
Energiewende
Stadtwerke
Bürger

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Genossenschaft" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: