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  • 13.11.2014, 08:29 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Sturmschäden in Münster

25 Industrieunternehmen und viele Bürger werden Baumpaten für Münsters Promenade

25 Unternehmen gehören zur Industrie-Initiative der IHK, die sich zusammen mit privaten Spendern als Baumpaten engagieren. Neue Bäume sollen schon bald die durch das Juli-Unwetter entstandenen Kahlschläge füllen.

Beatrix Lücke hofft, dass ihr persönlicher Baum auf der Promenade wieder zwischen den Straßenlampen 110 und 111 wachsen wird. Die 71-Jährige spendet nun schon zum zweiten Mal einen Baum für die Promenade, die ihr sehr ans Herz gewachsen ist, wie sie sagt. Die Münsteranerin gehört zu einer Reihe von privaten Baumpaten, die nach dem Unwetter an den Pfingsttagen und Ende Juli neue Bäume für die Promenade spendieren.

Aber auch die Industrie in Münster bekennt Farbe. 25 Unternehmen zeigen sich spendabel. Insgesamt stiftet die Industrie 60 neue Winterlinden, betont Dr. Wolfgang Fritsch-Albert.

Industrie-Initiative engagiert sich

Der Vorstandsvorsitzende der Westfalen-Gruppe gehört mit seinem Unternehmen zur Industrie-Initiative, die sich für Münster engagiert. „Unsere Promenade ist unser Wohnzimmer“, begründet Fritsch-Albert den Einsatz als Baumpate, für den Oberbürgermeister Markus Lewe am Mittwochmorgen auf der Promenade dankte.

Dort, wo bis zu den stürmischen Tagen unweit vom Ludgeriplatz viele alte Bäume wuchsen, herrscht jetzt Kahlschlag. Spätestens im Frühjahr soll sich das Bild wieder ändern. Das Grünflächenamt ist bereits unterwegs, um passende Bäume einzukaufen. Bis ins Rheinland strecken die Grünspezialisten ihre Fühler aus, um die bis zu zehn Jahre alten Bäume mit einem Durchmesser von 20 bis 25 Zentimetern ausfindig zu machen. „Es dauert ein bis zwei Jahre, bis die Bäume Fuß gefasst haben“, sagt Reimer Stoldt vom Grünflächenamt.

Von der IHK initiiertes Gemeinschaftsprojekt

Eine Informationstafel der Industrie-Initiative an der Kreuzung Ludgeristraße / Promenade erläutert jetzt die Wiederanpflanzungen. Ziel des von der IHK initiierten Gemeinschaftsprojektes ist auch die Bedeutung der Industrie für Münster ins Bewusstsein zu rücken. Wieland Pieper von der IHK spricht von 13.000 Beschäftigten in diesen Unternehmen.

Oberbürgermeister Markus Lewe erinnerte noch einmal an den 28. Juli, als innerhalb von Sekunden die Welt in Münster anders ausgesehen habe. „Bäume auf der Promenade wurden regelrecht zermalmt.“

Umwetter knickte Bäume um wie Streichhölzer

Auch der Baum von Beatrix Lücke fiel bei dem Unwetter wie ein Streichholz um. Die 71-Jährige hatte die Mondlinde nach dem Orkan Kyrill 2007 gestiftet, jeden Sommer regelmäßig gegossen und bei ihren Joggingrunden täglich besucht. Jetzt stützt ein Rest des alten Baumes einen Ast im eigenen Garten. Auch Michael Groß gehört zum Kreis der Privatspender. „Ich möchte etwas zurückgeben.“ Wie Dr. Anne Meyer, die unweit der Promenade arbeitet und es am 28. Juli abends krachen hörte, als die Bäume umfielen. Dr. Arndt Happe erlebte das Unwetter ebenfalls live vor seinen Praxisfenstern mit. Er schätzt den Vorteil der großen Bäume als Sichtschutz und als Schattenspender – und spendet jetzt eine Linde.

Bis die Bäume groß sind, wird noch eine Zeit vergehen, wie sich auf dem Promenadenabschnitt an der Fürstenbergstraße zeigt. Dort mussten 1990 alle Silberlinden gekappt werden. Inzwischen ist die Allee aber wieder dicht gewachsen.

(WN)


 


 

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