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  • 24.11.2014, 09:56 Uhr
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  • Düsseldorf / Münster
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Zu wenig Hausärzte in NRW

Kommentar: Es passiert nicht genug

Es ist ein Weckruf für Langschläfer, mit dem der Patientenbeauftragte Karl-Josef Laumann vor der Hausarzt-Misere warnt. Das Problem ist nicht neu. Einzig: Es passiert immer noch nicht genug. Fairerweise muss man zugestehen, dass für Attraktivität oder Abschreckung beim Beruf des Hausarztes so viele Faktoren eine Rolle spielen, dass Schuldzuweisungen sehr vertrackt sind.

Hochschulen bekommen politische Rahmenvorgaben, da hat Laumann Recht. Allerdings müsste die Landesregierung mehr Geld als bisher für weitere Medizin-Studienplätze in die Hand nehmen, wenn man dem sich abzeichnenden Mangel begegnen will: Das ist in diesen finanziell schwierigen Zeit fatalerweise ein Killer-Kriterium.

Verstärkt wird das Problem, weil viele Studierende ihr Ziel aus den Augen verlieren, Hausarzt zu werden. Das mag am Geld liegen, andere Fachärzte verdienen mehr. Und an der zu geringen Reputation, die das Fach genießt. Es liegt aber auch an der Praxis: Lange Sprechzeiten, späte Hausbesuche – in eine „moderne“ Lebensplanung passt das nicht rein. Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssen familienfreundliche Modelle finden.

Für alle ist es Zeit zu handeln. Dass die älter werdende Gesellschaft zugleich mobiler wird, bedeutet nicht, dass die Wege zum Arzt länger werden dürfen.

(Hilmar Riemenschneider, WN)


 


 

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