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  • 16.10.2013, 09:48 Uhr
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  • Münster
Teure Überstunden-Regelung

Zu wenig Feuerwehrleute bei der Stadt Münster

Muss die Stadt Münster kurzfristig 26 neue Feuerwehrbeamte einstellen, damit beim gewohnten Sicherheitsstandard nichts anbrennt? Darüber entscheiden bis zum Jahresende das Land – und die 270 hauptamtlichen Feuerwehrmänner und -frauen im Einsatzdienst. Auf die Stadt kämen Mehrkosten von rund einer Million Euro zu.

Doch der Reihe nach: Die Stadt Münster hat – so wie viele andere Kommunen – zu wenig hauptberufliche Feuerwehrkräfte in ihren Reihen. Aufgefangen wird das Defizit dadurch, dass die Männer und Frauen im Einsatzdienst freiwillig Überstunden machen – und eine 54- statt eine 48-Stunden-Woche leisten, so wie es das europäische Recht eigentlich vorsieht.

Die Einsatzkräfte bekommen dafür eine Ausgleichszahlung von 20 Euro pro Schicht. Möglich macht diese Arbeitszeitverordnung ein Landesgesetz, das bis Ende des Jahres gilt. Die auf dieser Grundlage geschlossenen Vereinbarungen der Stadt Münster mit jedem einzelnen Feuerwehrmann laufen ebenfalls Silvester aus.

Zusatzkosten von einer Million Euro

Falls die Regelung 2014 nicht mehr gelten sollte, müsste die Stadt Münster auf einen Schlag 26 zusätzliche Vollzeitstellen schaffen. Das bestätigt der für Feuerwehrangelegenheiten zuständige Dezernent Wolfgang Heuer. Die zusätzlichen Kosten würden jährlich bei rund eine Million Euro liegen – und das in Zeiten knapper Haushaltskassen.

Der Landtag wird kurzfristig darüber entscheiden, ob die Zulagengewährung noch mal um drei Jahre verlängert wird. Die Signale aus Düsseldorf seien positiv, obwohl die rot-grüne Landesregierung eigentlich möchte, dass Feuerwehrleute im Einsatzdienst nur noch 48 Stunden in der Woche arbeiten.

Heuer geht davon aus, dass es die letzte Verlängerung sein wird. „Wir haben die wirtschaftliche Effizienz sicherlich ausgereizt“, räumt er ein. Insofern wird die Verwaltung mittelfristig zusätzliches Personal einstellen müssen. „Wir sind intern in Gesprächen“, bestätigt Heuer. Vor allem wird über eine höhere Ausbildungsquote nachgedacht.

Bleibt die Frage, wie viele Feuerwehrleute sich überhaupt auf eine erneute Überstundenregelung einlassen und die freiwillige Erklärung unterschreiben. „Dazu können wir sicherlich niemanden zwingen“, weiß Heuer. Zumal sich viele in diesem Fall eine Erhöhung der Pauschale von 20 auf mindestens 30 Euro wünschen würden. Auch hier liegt die Entscheidung beim Land.

(Ralf Repöhler)


 


 

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