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  • 03.12.2013, 10:34 Uhr
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  • Münster
Thalia und die buch.de Aktien

Abschied von der Börse für buch.de

Fachleute hatten schon länger darauf spekuliert, jetzt ist es passiert: Deutschlands größte Buchhandelskette Thalia hat ihren Anteil am münsterischen Online-Händler buch.de auf über 95 Prozent erhöht und wird das Unternehmen von der Börse nehmen. Damit verschwindet eine der bekanntesten Aktiengesellschaften der Region aus dem Wertpapierhandel.

Die Thalia-Kette, die wiederum zum Handelskonzern Douglas (Hussel, Juwelier Christ, Appelrath) gehört, hatte bisher bereits 79,9 Prozent an buch.de gehalten. Dieser Anteil wurde nun um 15,1 auf 95,1 Prozent aufgestockt. Die verbliebenen 4,9 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz.

Douglas hatte sich im Sommer dieses Jahres mit Hilfe des Finanzinvestors Advent ebenfalls von der Börse zurückgezogen. Vorstandschef Henning Kreke nannte als Grund das komplexe Regelwerk für börsennotierte Unternehmen und die ständige Abhängigkeit vom Quartalsberichten.

Barabfindung für Minderheits-Aktionäre

Wie Thalia am Montag mitteilte, sollen die verbliebenen Minderheitsaktionäre eine Barabfindung erhalten. Im Börsenjargon wird dieses Verfahren „Squeeze-out“ (deutsch: Ausquetschen) genannt. Wie hoch die Abfindung ausfällt, will Thalia noch bekannt geben. Der formelle Beschluss zum „Squeeze­-out“ soll auf der Hauptversammlung der Münsteraner fallen, die bislang noch für den 6. März 2014 geplant ist. Beim Unternehmen buch.de ergeben sich durch die Übernahme – abgesehen von der Rechtsform – keine Änderungen, wie Sprecherin Bettina Althaus erklärte.

Buch.de bestreitet für Thalia den kompletten Online-Handel. Das Geschäft leidet seit Jahren unter der Konkurrenz durch den weltgrößten Buchversender Amazon. Im Oktober hatte buch.de bekannt gegeben, dass im abgelaufenen Geschäftsjahr sogar das Ziel, den Vorjahresumsatz von 100,2 Millionen €  zumindest zu übertreffen, gescheitert war.

Ausbau des Internet-Vertriebs

Thalia erklärte, mit der kompletten Übernahme von buch.de wolle das Unternehmen den Vertrieb im Internet sowie im Ladengeschäft weiter ausbauen. Nach der erfolgten Neuausrichtung wolle man nun wieder verstärkt in Wachstumsfelder investieren. Douglas hatte seiner Buchhandelstochter nach Problemen eine Schrumpfkur auferlegt, Standorte geschlossen und besonders üppige Verkaufsflächen verkleinert. Douglas-Chef Kreke hatte auch eine engere Verzahnung von Onlinehandel und Ladenverkauf angeregt.

Spekulanten hatten schon 2011 auf eine Übernahme gesetzt. Damals war die buch.de- Aktie auf ihren Höchststand von 9,80 €  aus dem Jahr 2000 geklettert. Am Montag notierte das Papier nach Bekanntgabe der Squeeze-out-Pläne bei 9,0 € – knapp fünf Prozent über dem Schlusskurs der Vorwoche.

(Andreas Fier, WN)


 


 

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