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  • 02.04.2014, 09:18 Uhr
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  • Münster
Tradition versus Umsatz

Debatte über spätere Marktzeiten

Die Beschicker des Mittwochsmarktes auf dem Domplatz debattieren über die Öffnungszeiten. Ein immer größer werdender Kreis plädiert dafür, die Marktzeiten in den Nachmittag hinein zu verschieben, weil frühmorgens die Umsätze fehlten. Die Gegner erinnern an die eingespielte Tradition.

Die beiden Lager sind ungefähr gleich groß. Auf der einen Seite erinnern nicht wenige Beschicker an die gute Tradition des münsterischen Wochenmarktes, der sogar als zweitschönster in Europa ausgezeichnet worden ist. An so einer über Jahrzehnte eingespielten Großveranstaltung doktert man nicht herum, argumentieren vor allem viele Blumen-, Obst- und Gemüse-Händler.

Auf der anderen Seite verweist ein immer größer werdender Kreis von Beschickern auf die – je nach Witterung – teils großen Lücken beim Mittwochsmarkt auf dem Domplatz. Und darauf, dass sich das Käuferverhalten stark verändert habe, was an einem für die meisten arbeitsfreien Samstag keine Auswirkungen auf den Marktbesuch habe, unter der Woche allerdings immer mehr.

Interessengemeinschaft der Marktbeschicker

So belegten Martin Winterhoff und Ralf Kürten bei der Versammlung der Interessengemeinschaft der Marktbeschicker Münster mit einem Film, wie wenig frequentiert der Markt am Mittwoch zwischen 7 bis 10 Uhr ist. Im Zeitraffer sind die leeren Gänge zwischen den Ständen zu sehen. „Bewegung kommt erst ab 9.30 Uhr, die Hauptumsätze werden ab 10 Uhr gefahren“, fasst Vinzenz Kuhl, Pressesprecher des Wochenmarktvereins, das Ergebnis zusammen, das die 130 Beschicker kontrovers diskutieren.

Die Arbeitsgruppe Mittwochsmarkt plädiert dafür, die Öffnungszeiten (bisher 7 bis 14.30 Uhr) in den Nachmittag zu verschieben. Die Rede ist von 10 bis 18 Uhr. Eine Mehrheit gibt es dafür freilich nicht, allerdings offenbar gute Argumente.

Erfahrungen mit veränderten Öffnungszeiten in anderen Städten

Wie es hieß, hätten Wochenmärkte in vergleichbaren Städten positive Erfahrungen mit veränderten Öffnungszeiten gemacht und dadurch neue Kunden hinzugewonnen. Auch Münster will den späteren Wochenmarkt testen, wovon der Samstag unberührt bleiben soll. So steigt ein erster Testballon am 10. September. Der so genannte Maxi-Markt findet im Anschluss an den Mittwochsmarkt zu den üblichen Öffnungszeiten statt und beginnt ab 16 Uhr. Den Händlern wird es freigestellt, ob sie nach dem Markt am Vormittag ihre Kisten packen oder an der Verlängerung teilnehmen.

Der Vorstand will im April mit Vertretern der Stadt über den Mittwochsmarkt diskutieren. Der Rat wird heute Abend eine neue Marktsatzung verabschieden, mit der Beschicker bei wiederholten Verstößen gegen die Präsenzpflicht an den beiden Markttagen ausgeschlossen werden können.

(Ralf Repöhler, WN)


 


 

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