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  • 04.02.2015, 09:49 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Um jeden Kunden kämpfen

Scheidender Karstadt-Chef Münster plädiert für offenen Adventssonntag

Karstadt-Filialgeschäftsführer Thomas du Buy verlässt Münster und wechselt in die Filiale des Warenhauskonzerns nach Bad Homburg. Sechs Jahre leitete der 51-Jährige die Betriebsstätte in Münster. Redakteurin Gabriele Hillmoth sprach mit ihm über Münster und über den Einzelhandel, der am Dienstagabend erneut eine Schlappe einstecken musste. Die Diskussion über einen verkaufsoffenen Sonntag im Advent 2015 erlitt im Ordnungsausschuss Schiffbruch.

Sie verlassen jetzt nach sechs Jahren Münster. Ihre persönliche Münster- Bilanz ?

Thomas du Buy: Die sechs Jahre in Münster waren für mich und meine Familie sehr positiv. Sie beinhalten berufliche Highlights, wie die Neugestaltung des Warenhauses und die Neueröffnung des Sporthauses an der Stubengasse. Auch tolle Events wie die Ladies Nights oder die Sports Nights sind intensiv in der Erinnerung, und ich spüre eine tolle Loyalität unserer Stammkunden. Dazu kommt die Geburt meines dritten Sohnes im Franziskus-Hospital. So bleibt für immer ein Münsteraner in der Familie, auch wenn ich jetzt die Filiale in Bad Homburg übernehmen werde.

Muss sich in dieser Stadt einiges bewegen, damit Münster als Oberzentrum im harten Wettbewerb mit dem Umland Überlebenschancen hat?

du Buy: Jede Stadt muss um jeden Kunden kämpfen, unabhängig auf welchem Niveau sie sich aktuell befindet. Das gilt auch für Münster. Die Frequenzen in den Städten sinken seit Jahren, auch durch den steigenden Internethandel. So muss Münster die Chance der gesetzlich möglichen vier Sonntage nutzen, insbesondere auch einen Adventsonntag. Hier sollte der Rat seine Einstellung kritisch überdenken und den Innenstadtgeschäften optimale Rahmenbedingungen schaffen. Die Stadt muss von den Entscheidern ganzheitlich wahrgenommen und gesteuert werden. Die Aufenthaltsqualität in Münster ist gut. Die Stadt entfaltet eine hohe Anziehungskraft. Das gilt es weiter auszubauen. Nur nicht auf den Lorbeeren von gestern ausruhen.

Gibt es Knackpunkte in Münster, die Sie als Leiter eines Warenhauses stören?

du Buy: Nein

Gibt es erfreuliche Akzente, die speziell in Münster positiv sind?

du Buy: Ich stelle in Münster einen ausgeprägten Gemeinsinn fest. Vieles ist gut aufgestellt, ISI und Münster-Marketing geben gute Impulse. Das städtische Einzelhandelskonzept hat mit dafür gesorgt, dass Münster heute erstklassig dasteht. Hier gilt eindeutig ein Lob an die Stadtverwaltung, viele Ansiedlungssünden, die andere Städte begangen haben, nicht gemacht zu haben. So konnte sich die Innenstadt super entwickeln, davon profitieren wir heute alle. Der Handel hat eine breite Vielfalt auch durch die vielen individuellen inhabergeführten Geschäfte. Der Wochenmarkt ist eine Quelle der emotionalen Inspiration. Die Gastronomie ist breit aufgestellt. Die Menschen sind gastfreundlich, überhaupt ist die Mentalität angenehm. Münster hat eine gute Zukunft.

Welchen Rat geben Sie Ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg?

du Buy: Bei Karstadt wird zukünftig die lokale Kompetenz noch wichtiger. Und ich bin mir auch sicher, dass es uns gelingen wird, den Service weiter auszubauen, weil wir viel Administration abbauen, die für den Kunden keinen Vorteil bietet. Das schafft hervorragende Voraussetzungen dabei, die Menschen bei Karstadt Münster sowie die Münsteraner und die Gäste der Stadt bei der Gestaltung des Treffpunkts Karstadt von morgen mitzunehmen.

(WN)


 


 

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