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  • 27.03.2013, 15:46 Uhr
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  • Münsterland / Emscher-Lippe-Region
Umfrage der IHK Nord Westfalen

Unternehmen unzufrieden mit Umsetzung der Energiewende

Die nord-westfälische Wirtschaft will, dass die Energiewende erfolgreich ist. „Das ist in ihrem ureigensten Interesse, kann aber nur gelingen, wenn die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nicht gefährdet wird“, sagte Dr. Benedikt Hüffer.

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, zog dieses Fazit heute (27. März) auf der Jahrespressekonferenz in Münster. Zugrunde liegt dieser Aussage eine Umfrage, die TNS Emnid im Auftrag der IHK Nord Westfalen bei 500 Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region durchgeführt hat. Und es ist der Grund, warum die Unternehmen mit der Umsetzung der Energiewende hadern. Denn jedes zweite Unternehmen bewertet die Strompreise im internationalen Vergleich schon heute als „nicht mehr wettbewerbsfähig“.

Zwei Drittel der Unternehmen lehnen die Erhöhung der EEG-Umlage ab. Laut Umfrage führt sie zu einer weiteren Steigerung der Stromkosten um durchschnittlich acht Prozent, bei den Unternehmen mit über 200 Beschäftigten sogar um über zehn Prozent. Dr. Benedikt Hüffer forderte deshalb „die staatlichen Zusatzbelastungen wie zum Beispiel die EEG-Umlage zu senken“. Für ihn ist es auch „kein Wunder“, dass über die Hälfte der Unternehmen das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) als zentrales Steuerungselement der Energiewende inzwischen ablehnt.

Besonders betroffen sieht Hüffer die exportierenden Industrieunternehmen. „Sie stehen in einem immer härteren internationalen Wettbewerb mit Konkurrenten, die keine Energiewende schultern müssen“, verdeutlichte er die Situation und betonte die Folgen: „Verlieren die Unternehmen im Ausland Marktanteile, schadet das uns allen.“ Schließlich sei die Exportstärke der regionalen Industrie „ein zentraler Grund, warum wir bisher so gut durch die Krise gekommen sind“.

Erst im vergangenen Jahr hatte die IHK in einer Studie die Abhängigkeit der Region vom Auslandsgeschäft der Industrie aufgezeigt: „Ein zusätzlicher Arbeitsplatz in der Industrie schafft einen weiteren Arbeitsplatz im Dienstleistungsgewerbe“, erläuterte Hüffer. Umgekehrt gilt das nicht. Mehr als 200.000 Arbeitsplätze in Nord-Westfalen sind direkt oder indirekt von der Entwicklung der Weltmärkte abhängig.

Neben wettbewerbsfähigen Preisen braucht die Wirtschaft „vor allem Versorgungssicherheit“. Der IHK-Präsident forderte deshalb „eine zügige Genehmigung und Umsetzung“ von Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen der Energieinfrastruktur. „Immerhin 14 Prozent der befragten Unternehmen“, so Hüffer „waren in jüngerer Vergangenheit mehrfach von Stromausfällen oder Störungen betroffen“.

„Die Wirtschaft ist skeptischer geworden, was den Erfolg der Energiewende angeht“, resümiert Hüffer. Dennoch investieren die Unternehmen - vor allem in Energiesparmaßnahmen und verbesserte Energieeffizienz. 42 Prozent der Betriebe waren hier aktiv. Das Interesse an umfassenden Energiemanagementsystemen ist laut Umfrage aufgrund des damit verbundenen hohen Aufwands „eher zurückhaltend“.

(Redaktion)


 


 

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