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  • 02.12.2013, 10:45 Uhr
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  • Münsterland
Umfrage im Mittelstand

Eigenkapitalquote erreicht Rekordniveau

Geschäftserwartungen etwas zurückhaltender

Ausgehend von einem hohen Niveau im Frühjahr zeigen sich allein die Geschäftserwartungen der Mittelständler im Herbst etwas gedämpfter. Eine große Mehrheit der Befragten geht aber immer noch von einer Verbesserung der Geschäftslage ihres Unternehmens in den nächsten sechs Monaten aus. Derzeit erwarten rund 35 % der befragten Unternehmen eine positive Geschäftsentwicklung; im Frühjahr waren es noch 40 %. Von einer Verschlechterung ihres Geschäftsergebnisses gehen aktuell 11 % der Befragten aus, nach 9 % im Frühjahr. Am positivsten bewerten die Elektroindustrie und das Ernährungsgewerbe ihre Aussichten; in beiden Branchen haben sich die Geschäftserwartungen merklich verbessert. In allen anderen Branchen fallen die Geschäftserwartungen aktuell schwächer aus als im Frühjahr.

Geplantes Investitionsvolumen legt deutlich zu

Die gute Stimmung und das günstige Finanzierungsumfeld schlagen sich auch in höheren Investitionsplanungen nieder. Fast 79 % der befragten Unternehmen wollen in den nächsten sechs Monaten in ihr Unternehmen investieren. Damit erreichen die Investitionsabsichten der Mittelständler den höchsten Wert seit dem Jahr 2000. Darüber hinaus stieg der Anteil der investierenden Unternehmen, die ein größeres Investitionsvolumen als im letzten halben Jahr planten, von 24 % im Frühjahr auf aktuell 29 %.

Personaleinstellungs-Absicht so hoch wie nie

Nie zuvor seit Bestehen der Mittelstandsumfrage beabsichtigten so viele mittelständische Unternehmen in Deutschland Personal einzustellen. Jedes dritte der befragten Unternehmen möchte in den nächsten sechs Monaten seine Mitarbeiterzahl ausweiten. Der geplante Personalaufbau ist dabei nahezu unabhängig von der Unternehmensgröße und der Branchenzugehörigkeit. Zwar übertrifft das Ergebnis für die geplanten Neueinstellungen in Westdeutschland mit mehr als 36 % die Werte für Ostdeutschland deutlich. Aber auch in den ostdeutschen Bundesländern fällt das aktuelle Ergebnis mit über 27 % so hoch aus wie nie zuvor seit dem Start der Umfrage im Jahr 1995. Die offensive Beschäftigungsplanung der mittelständischen Unternehmen dürfte vor allem mit der sehr positiven Einschätzung der aktuellen Geschäftslage zusammenhängen. „Die hohe Bereitschaft zu Investitionen und zum Personalaufbau ist ein ganz starkes Signal", so Uwe Berghaus, Vorstand der WGZ BANK: „Der Mittelstand leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen Aufschwung."

Größte Problemfelder: Facharbeitermangel, steigende Energiekosten und Bürokratie

Bei der Frage nach den aktuellen Problemfeldern spielen die Auftragslage und insbesondere die Finanzierungsbedingungen für die mittelständischen Unternehmen keine große Rolle. Allerdings wird vor dem Hintergrund der geplanten Personalaufstockung der Fachkräftemangel von den mittelständischen Unternehmen zunehmend problematisch gesehen (57%). Auf Branchenebene zeigen sich hier der Metall-, Automobil- und Maschinenbau (61%), das Baugewerbe (72 %) und die Agrarwirtschaft (65 %) überdurchschnittlich betroffen.

Zu schaffen machen den Mittelständlern außerdem die steigenden Energiekosten (66 %) und die bürokratischen Hemmnisse (68 %). Beide Aspekte wurden überdurchschnittlich häufig von kleineren Unternehmen als Problem identifiziert. Die bürokratischen Hemmnisse werden vor allem von den Unternehmen der Agrarwirtschaft (86 %) und im Baugewerbe (78 %) kritisiert. Steigende Energiekosten stellen nicht nur für die besonders energieintensive Chemie- und Kunststoffindustrie (83 %) eine Bedrohung dar. Auch die Unternehmen aus dem Ernährungsgewerbe (86 %) und der Agrarwirtschaft (82 %) sehen sich damit in besonderem Maße konfrontiert.


 


 

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