Weitere Artikel
  • 11.02.2015, 09:47 Uhr
  • |
  • Münster / Münsterland
Umsatzplus und Verkaufspläne

Finanzinvestor Triton und der wachsende Compo-Erfolg

Compo wächst. Das Herz des Unternehmens schlägt seit 1956 in Münster, geriet aber in der Vergangenheit mehrfach ins Stolpern. Arbeitsplätze wurden 2008 abgebaut. Heute sind etwa 280 Frauen und Männer in der Compo-Zentrale an der Gildenstraße in Handorf beschäftigt.

Das Unternehmen wurde erst vor vier Jahren von der Beteiligungsgesellschaft Triton übernommen. Damals trennte sich die „K + S AG“ in Kassel von Compo. Triton erkannte das Wachstumspotenzial. Der Erfolg sei heute so groß, sagt Martin Bertinchamp, dass entsprechende Gespräche über einen möglichen Verkauf eines Segmentes geführt werden.

Der 56-Jährige ist Geschäftsführer des Herstellers von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie Blumenerden Compo in Münster und Vorsitzender des Aufsichtsrates des Finanzinvestors Triton. Die Beteiligungsgesellschaft tummelt sich normalerweise vornehmlich im Maschinenbau und in der Logistikbranche.

Überraschend schnelles Wachstum

Vom schnellen Wachstum bei Compo sei selbst Triton überrascht gewesen, sagt der Chef, der seinen Triton-Sitz in Frankfurt hat, selbst in München wohnt und sich freut, dass die Flugverbindungen ins Münsterland immer noch existieren. Ansonsten, sagt Bertinchamp, sei Münster nicht optimal, um hochqualifizierte Spezialisten anlocken zu können. Trotzdem, fügt er gemeinsam mit Compo-Geschäftsführer Jens Averdiek hinzu, gebe es keine Überlegungen, den Standort Münster zu verlagern.

Compo, das ist auf der einen Seite das Expert-Geschäft mit Spezialdüngemitteln für professionelle Anwender und Wachstumspotenzialen vor allem in Asien und Amerika, erklärt der Manager. Verkauft wird vor allem Spezialdünger aus der Produktion in Krefeld, der vor Ort angereichert und neu vermischt wird. Das erspare Zeit und Transportkosten, so Bertinchamp.

Auf der anderen Seite sieht Bertinchamp aber auch für das Consumer-Geschäft mit Produkten für Haus und Garten und für den Hobbygärtner Wachstumschancen in Osteuropa. In diesem Segment, erklärt Jens Averdiek, sei Compo Marktführer im Bereich Kontinen­taleuropa.

Vor allem wurde das münsterische Unternehmen noch im Jahre 2012 durch die Übernahme von Terrasan aus Rain am Lech gestärkt. Damit erhöhte Compo den Umsatz im Konsumentengeschäft nach eigenen Angaben um rund ein Drittel.

Umsatzziel von 555 Millionen Euro

Insgesamt peilt Triton mit Compo in diesem Jahr ein Umsatzziel von 555 Millionen Euro an, wobei 314 Millionen Euro auf den Profibereich Expert entfallen, der Rest auf den Konsumentenbereich, sagt Bertinchamp. Im vergangenen Jahr verzeichnete Compo insgesamt 515 Millionen Euro Umsatz.

Das alles und noch viel mehr wird von Münster aus gesteuert. Hier steht die Zentrale mit Verwaltung, Vertrieb und Marketing. Obschon Compo auch massiv in Brasilien investiert habe, in Barcelona, in Santiago de Chile sowie in Kuala Lumpur.

„Eng am Kunden, eng an der Anwendung“, betont Bertinchamp.

In Münster wird dagegen die Produktion von Blumenerden, Dünger und Pflanzenschutz gesteuert. Absatzmärkte sind Baumärkte sowie Gartencenter in Europa. Und selbst der Export nach Griechenland erlebe derzeit keine Schlappe, erklärt der Geschäftsführer. Glück für Compo war die Insolvenz eines Mitbewerbers in diesem Land.

Das Unternehmen Compo erlebte 2012 einen Schlag, als die Produktion in Krefeld abbrannte. 65 Millionen kosteten nach Angaben der Geschäftsleitung der Wiederaufbau und der gleichzeitige Ausbau – auch um 20 neue Arbeitsplätze. Die Produktion sei Mitte September 2014 wieder angelaufen. Compo trennte sich in diesem Zuge nach eigenen Angaben aber auch von seinen letzten Beteiligungen bei BASF.

Die Entwicklung von Compo

Die Geschichte von Compo begann 1956, als die erste Blumenerde verbraucherfreundlich verpackt wurde. 1971 stieg Compo in das Profigeschäft ein, heute Expert-Segment. 1986 erfolgte die Übernahme von Compo durch BASF. Compo-Produkte werden heute in mehr als 100 Ländern vertrieben. Das Unternehmen umfasst weltweit rund 35 Tochtergesellschaften und beschäftigt 1200 Mitarbeiter. Allein in Münster sind etwa 280 Mitarbeiter tätig. Abnehmer im Consumer-Bereich sind beispielsweise Baumärkte wie Toom und Hagebau sowie Lebensmittelriesen wie Leclerc. Abnehmerin in der Expert-Linie ist unter anderem die Landwirtschaft.

(WN)


 


 

Martin Bertinchamp
Jens Averdiek
Compo
Münster
Produktion
Triton
Consumer-Bereich
Investor

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Martin Bertinchamp" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: