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  • 05.03.2013, 15:36 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Umweltschutz

Green Meetings als Trend in der Veranstaltungsbranche

Umweltschutz scheint in Deutschland mittlerweile zur Grundeinstellung geworden zu sein. Auch die Veranstaltungsbranche verschließt sich dem grünen Trend nicht.

Zahlreiche Veranstaltungshäuser bieten Green Meetings an, und das GCB German Convention Bureau bildet Veranstaltungsplaner zu Nachhaltigkeitsberatern aus. GCB und der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren (EVVC) haben zudem den gemeinsamen Nachhaltigkeitskodex „fairpflichtet“ veröffentlicht. Doch wie stehen die Kunden den Angeboten der Veranstaltungshäuser in Sachen Umweltschutz gegenüber?

In der Theorie sind die meisten Deutschen Umweltschützer. Und sie glauben daran, dass Green Meetings in Zukunft wichtiger werden. 64 Prozent der befragten Veranstaltungshäuser und Kunden sind dieser Meinung, wie Prof. Dr. Jerzy Jaworski von der Hochschule Heilbronn für das Jahr 2011 ermittelt hat. 39 Prozent der Veranstalter haben demnach bereits ökologische Richtlinien im eigenen Haus eingeführt, 30 Prozent planen die Einführung. Ihnen gegenüber stehen Kunden, von denen 33 Prozent ökologische Maßgaben im Unternehmen pflegen und 19 Prozent deren Einführung planen. Also für fast die Hälfte (48 Prozent) der Kunden spielen Umweltfragen momentan und auch in näherer Zukunft in der Realität eine untergeordnete Rolle – und das, obwohl zwei Drittel der Meinung sind, dass Green Meetings wichtiger werden.

Zahlungsbereitschaft für Umweltschutz fehlt

Jaworski vermutet, dass die Kluft zwischen Theorie und Praxis entsteht, weil viele Kunden schlichtweg nicht bereit sind, für Umweltschutz zu bezahlen. Vielleicht trägt auch dazu bei, dass der Begriff Green Meeting nicht geschützt ist. Kunden befürchten womöglich, dass er allzu oft zu Marketingzwecken missbraucht wird, so Jaworski. Veranstaltungshäuser tragen zu diesem Misstrauen bei, wenn sie ihre Tagungen unüberlegt mit Begriffen wie „klimaneutral“ bewerben. Eine Veranstaltung kann jedoch nicht ohne Energieverbrauch stattfinden und damit niemals klimaneutral ablaufen. „Klimafreundlich“ oder „klimafair“ sind dagegen Begrifflichkeiten, die nichts verschleiern.

Auch zum Thema Zertifikate befragte die Hochschule Heilbronn: 22 Prozent der Veranstaltungshäuser sind mit einem Nachhaltigkeitssiegel ausgezeichnet, dabei messen drei Viertel der Befragten der Zertifizierung von Tagungsstätten eine eher wichtige Bedeutung bei. Vielleicht erklärt sich die kleine Zahl der zertifizierten Häuser mit der Tatsache, dass es viele verschiedene Nachhaltigkeitssiegel gibt – die sich jedoch sehr unterscheiden. Die Untersuchung zeigte, dass sowohl Veranstaltungshäuser als auch Kunden nur wenige der zahlreichen grünen Zertifikate kennen, die der Markt mittlerweile anbietet. Vielen sei daher nicht klar, welche Label für welche Leistungen stehen, schlussfolgerte Jaworski.

Seit diesem Jahr bietet das GCB German Convention Bureau Seminare an, bei denen die Teilnehmer zu Nachhaltigkeitsberatern ausgebildet werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert das Projekt. Diese Weiterbildung richtet sich an Veranstaltungsplaner, Mitarbeiter aus Hotels, Kongresszentren und Agenturen.

(Redaktion)


 


 

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