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  • 11.08.2015, 09:25 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Umzug wegen Umbau

Modehaus Sinn-Leffers mietet Räume der Volksbank Münster an

Bauen ist in Münsters Innenstadt groß in Mode. Jetzt ist Sinn-Leffers an der Reihe. Das Textilunternehmen verlässt Ende Februar sein Stammhaus zwischen dem Alten Steinweg und der Salzstraße. Aber nur vorübergehend, betont die Geschäftsleitung. Die Redevco Services Deutschland GmbH als Eigentümerin der Immobilie habe sich für einen „Abriss und Neubau“ entschlossen, heißt es in einer Pressemitteilung des Modeunternehmens in Hagen.

Sinn-Leffers wird während der 18-monatigen Bauphase in Räume der Vereinigten Volksbank Münster, Voßgasse 3, umziehen. Diese Räume neben der Hauptstelle des Geldinstitutes am Theater werden derzeit noch von der Volksbank als Vermieterin genutzt. Sinn-Leffers muss seinen Verkauf während der Bauphase im Stammsitz von derzeit 7000 auf vier Etagen auf 1200 Quadratmeter reduzieren.

Den rund 100 Mitarbeitern des Modehauses aber soll bereits zum Februar 2016 gekündigt worden sein. Offiziell betont die Geschäftsleitung aber: „Auch wenn uns vorübergehend lediglich eine deutlich kleinere Verkaufsfläche zur Verfügung steht, so werden wir auch weiterhin ein professionelles Team benötigen, das am Standort Münster die Bedürfnisse unserer Kunden erfüllt. Aus wie vielen Mitarbeitern sich dieses zusammensetzt, steht derzeit noch nicht fest. In Kürze beginnen die Gespräche mit dem Betriebsrat .“

Denkmalschutz erfordert besondere Absprachen

Das Bauordnungsamt der Stadt Münster prüft bereits eine Anfrage der Immobilieneigentümer für eine Entkernung der Sinn-Leffers-Immobilie und deren Umbau. Besonderer Absprachen bedarf es für den Gebäudeteil am Alten Steinweg/Bolandsgasse, der unter Denkmalschutz steht, bestätigt Mechthild Mennebröcker von der Stadt Münster.

Der eigentliche Umbau von Sinn-Leffers soll im März des kommenden Jahres beginnen. Das Modehaus in Münster ist seit mehr als 30 Jahren am Standort und zählt innerhalb des Unternehmens zu den Spitzen-Geschäften. Friedrich-Wilhelm Göbel, Geschäftsführer der Sinn-Leffers GmbH, betont: Unsere Filiale in Münster gehört zu unseren Top-Performern.“

Das Geschäft in Münster war nach der Insolvenz von Sinn-Leffers im Jahr 2009 eines der wenigen Häuser im Unternehmen, in das Geld für Investitionen geflossen ist. Von 2001 bis 2005 gehörte das Unternehmen zum Karstadt-Quelle-Konzern, bis es von der Deutschen Industrie Holding (DIH) übernommen wurde. Die DIH verkaufte vor zwei Jahren an das Haus Wöhrl.

Bitterer Beigeschmack - ein Kommentar

Die Immobilie des Textilunternehmens Sinn-Leffers an der Salzstraße ist oberflächlich betrachtet noch in Ordnung, aber modisch gesehen nicht unbedingt top. Die Redevco Services Deutschland GmbH als Eigentümerin des Gebäudes möchte diesen Zustand ändern und das Haus in einer der Spitzenlagen Münsters auf den Laufsteg der Mietimmobilien dieser Stadt bringen. Sicher, das Gebäude ist in die Jahre gekommen, obschon es bereits mehrfach in den vergangenen Jahrzehnten auch modernisiert wurde. Trotzdem fehlt der modische Pfiff, den ein zeitgemäßes Unternehmen heute braucht, um aktuelle Mode zu verkaufen.

Bitter bei aller Modernisierungsabsicht ist aber jetzt der Beigeschmack für die Belegschaft, dass etliche der rund 100 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren könnten. Viele Mitarbeiter von Sinn-Leffers sind lange im Haus und haben dementsprechend auch ihre Stammkunden. Dieses Wissen um die speziellen Wünsche der Kunden wäre mit einem Schlag verloren. Das lässt sich nicht mehr aufholen.

(WN)


 


 

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