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  • 02.08.2013, 11:33 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Uni Münster

Studie zur „Peak-Oil“-Problematik und Auswirkungen auf die Stadt Münster

140 Seiten stark ist die Studie der Universität Münster über das Leben in Zeiten knapper werdender Öl-Vorräte, kurz „Peak-Oil“-Problematik. Eine Besonderheit dieser Untersuchung: Die Studenten haben sich mit den konkreten Auswirkungen auf die Stadt Münster beschäftigt.

Wie würden die Münsteraner reagieren, wenn der Ölpreis die Zwei-Euro-Schallmauer durchbricht – und womöglich noch höher steigt? Diese Frage stellten Teilnehmer eines Forschungsprojekts der Universität mehreren Hundert Münsteranern. Jeder Zweite gab dabei an, gut auf das Auto verzichten zu können, jeder Dritte würde dann Ressourcen einsparen und den Konsum einschränken. Weit abgeschlagen landen hingegen die Vorsätze, auf Fernreisen zu verzichten und Baumaßnahmen zu streichen.

Die Umfrage ist nur ein kleiner Teil einer fast 140 Seiten umfassenden Studie, die soeben online veröffentlicht worden ist. Sie dreht sich um die „Peak-Oil“-Problematik, also darum, wie das Leben in Zeiten knapper werdender Öl-Vorräte weitergehen könnte. Das Besondere der Untersuchung: Die Studierenden haben nicht nur allgemeine Konsequenzen erarbeitet, sondern sich ganz konkret mit den Auswirkungen auf die Stadt Münster beschäftigt. „Eine solche Untersuchung ist in Deutschland einmalig“, betont Prof. Dr. Tillmann Buttschardt vom Institut für Landschaftsökologie.

Über die Frage, ab wann die Ölförderung abnimmt, streiten sich die Experten. „Ab jetzt“, ist Buttschardt überzeugt – und daran könnten auch neue Ölgewinnungsmethoden wie das höchst umstrittene Fracking nichts ändern. Im Klartext: So viel Öl, wie aktuell zur Verfügung steht, wird womöglich nie wieder zur Verfügung stehen. „Der Menge, die aktuell gefördert wird, steht nur noch ein Zwanzigstel an neuen Öl-Funden gegenüber“, betont Buttschardt.

Wie abhängig ist Münster vom Erdöl?

Wie abhängig ist Münster vom Erdöl – und wie stark wird es von diesen Entwicklungen in Zukunft betroffen sein? Die Studenten untersuchten die Auswirkungen auf die Bereiche Gesundheit, Nahrung, Energie, Transportwesen und soziales Miteinander – und kamen zu teils erstaunlichen Erkenntnissen.

Beispiel Energie: „Bei den Stadtwerken liegt der Erdöl-Anteil nur noch bei drei Prozent“, betont der Wissenschaftler – dies sei eine Folge explodierender Ölpreise in den letzten Jahren. Stärker sei die Abhängigkeit privater Haushalte, aktuell heize in Münster noch jeder Dritte mit Öl – vor einigen Jahren waren es allerdings deutlich mehr. Eine noch größere Rolle spiele Erdöl im Transportwesen. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs liegt laut Studie bei knapp 37 Prozent. Immerhin: Das sind 20 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt.

Ende der Ölreserven nicht in Sicht

Die Studie lieferte tausende Zahlen – und eine Botschaft, die man, je nach Standpunkt, begrüßen oder kritisch bewerten mag: Ein Ende der Ölreserven ist nicht in Sicht, berichtet Buttschardt. „Sie bewegen sich vielmehr wie Wellen auf einer Hochebene.“ Dennoch gelte es, die Abhängigkeit vom Öl weiter zu reduzieren, was auch der Umwelt diene. Bei der Diskussion, wie das gehen kann, und bei der Umsetzung von Lösungsvorschlägen sei Münster als junge Bildungsstadt mit zahllosen Initiativen „sehr gut aufgestellt“, resümiert Buttschardt.

(Martin Kalitschke)


 


 

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