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  • 24.06.2014, 09:20 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Unternehmen und Banken

Ethisches Verhalten in der Wirtschaft

Anleger und Verbraucher sollten dem münsterischen Wirtschaftsjuristen Prof. Dr. Matthias Casper zufolge ihren Einfluss auf die Ethik von Unternehmen und Banken nicht unterschätzen.

„Die Menschen sollten sich bewusst werden, dass sie als Kollektiv deutlich mehr Einfluss auf ethisches Verhalten entfalten können, als sie landläufig vermuten“, sagte der Rechtswissenschaftler des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ jetzt in Münster, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Durch die gezielte Nachfrage von bestimmten Produkten oder Anlageformen können sie zu neuen Standards beitragen, wie dies bereits im islamischen Finanzwesen und beim Verkauf fair gehandelter und ökologischer Produkte geschehen ist.“ Genauso könnten Verbraucher Produktionsformen fördern, die weder die Umwelt noch die Gesundheit der Beschäftigten gefährdeten. „Wenn die meisten Anleger nur noch in solche nachhaltigen Investmentfonds investieren würden, hätte dies spürbare finanzielle Konsequenzen für nichtnachhaltige Unternehmen“, so der Professor für Unternehmens- und Kapitalmarktrecht.

Ethikstandards angesichts globalisierter Wirtschaftsströme 

Prof. Dr. Matthias Casper forderte Unternehmen und Banken auf, sich selber Ethik -Kodizes zu geben. „Solche Kodizes könnten eine wichtige Rolle für ethisches Wirtschaftsverhalten spielen, wenn darin auch das Handeln der Vorstände präzisiert werde“, sagte der Wissenschaftler in der Reihe „Streitgespräche über Gott und die Welt“, in der er mit dem evangelischen Theologen Prof. Dr. Traugott Jähnichen aus Bochum diskutierte. Er hob hervor, dass die Ethikstandards angesichts der globalisierten Wirtschaftsströme internationale Gültigkeit haben müssten, da ihre Wirkung sonst an Ländergrenzen ende.

„Die Globalisierung erleichtert es, gesetzliche Schlupflöcher auszunutzen. Hier könnte die Wirtschaftsethik in die Bresche springen, indem sie derartiges Verhalten ächtet.“ „Unternehmen haben die Bedeutung wirtschaftsethischer Standards inzwischen erkannt“, sagte Prof. Dr. Matthias Casper.

Der evangelische Theologe Prof. Dr. Traugott Jähnichen kritisierte in der Diskussion die Folgen der wirtschaftlichen Globalisierung. „Vor allem ökonomisch schwächeren Staaten werden Marktzugänge häufig faktisch verweigert oder erschwert.“

(WN)


 


 

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