Weitere Artikel
  • 29.07.2014, 11:08 Uhr
  • |
  • Münster
Unwetter

Land unter in Münster

Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse, Autos steckten fest, Busse blieben stehen, Bäume fielen einfach um: Land unter in Münster. Es war dramatisch: In Münster-Kinderhaus kam ein Mann beim dem Versuch, in seinem Keller Wasser zu schöpfen, ums Leben. Auf der Annette-Allee verletzte ein umstürzender Baum eine Autofahrerin lebensgefährlich, wie die Polizei mitteilte.

Kurz nach Mitternacht war traurige Gewissheit, dass in dem Unwetter ein Mensch ums Leben gekommen ist: Ein 76 Jahre alter Mann ist in Kinderhaus nach ersten Informationen der Polizei in seinem Keller ertrunken. Taucher konnten ihn nur noch tot bergen.

Eine Familie aus Soest hatte Glück und konnte an der Sentruper Höhe aus ihrem Auto gerettet werden. Ein Baum lag auf dem Pkw. Die Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus und bat Einsatzkräfte aus Nachbargemeinden um Amtshilfe.

„Wir sind noch nicht mit Tief Ella fertig“, sagt Stadtförster Hans-Ulrich Menke, „da tobt schon das nächste Unwetter.“ Dass das Unwetter so heftig in Münster wütet, damit hatte am Montagabend niemand gerechnet. Besonders im Süden der Stadt war die Situation katastrophal.

90 Liter Wasser pro Quadratmeter

Ausgerechnet im Feierabendverkehr ging es los. Auf vielen Straßen Münsters lief darum nichts mehr. Die Gullys schafften die Regenmassen nicht mehr. 90 Liter Wasser pro Quadratmeter wurden zwischen 14 und 17 Uhr in Münster gemessen. Eine extreme Regenmenge, wie sie in der Stadt bisher nur selten registriert worden ist. Innerhalb von drei Stunden fiel genauso viel Wasser wie im gesamten Vormonat Juni.

Bei der Feuerwehr glühten die Drähte. Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehren und Hilfsorganisationen rückten aus, um zahlreiche Keller leerzupumpen.

Auch das Clemenshospital am Düesbergweg wartete auf die Einsatzkräfte. Wasser war in Keller eingedrungen. Einige Büros seien vollgelaufen, sagte der stellvertretende Verwaltungsleiter, Gerrit Willamowski. Trotzdem könne der Betrieb normal weiterlaufen. Alle verfügbaren Pumpen waren im Einsatz.

Die Promenade sieht verheerend aus

Die Stadtwerke Münster verzeichneten gegen 17 Uhr einen Stromausfall an der Bismarckallee/Scharnhorststraße. 300 Haushalte waren betroffen. „Wir vermuten, dass Wasser in eine Trafostation eingedrungen ist“, so Sprecherin Daniela van der Pütten. Der Strom war wenig später wieder da.

Die Leitstelle der Verkehrsbetriebe in Münster sah Rot, denn die meisten Busse steckten irgendwo mitten im Unwetter fest. Umgestürzte Bäume versperrten wie an der Trauttmansdorffstraße die Weiterfahrt. Der Verkehr brach zusammen. Die Siemensstraße war gesperrt, der Tunnel an der Hafenstraße stand unter Wasser, auf der Umgehungsstraße, auf dem Hansaring – überall herrschte Chaos pur. Menke rechnet mit viel Arbeit. Die Promenade sieht verheerend aus.

(WN)


 


 

Münster
Unwetter
Keller
Regenmassen
Berufsfeuerwehr
Freiwillige Feuerwehr

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Münster" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: