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  • 16.09.2015, 09:44 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Veränderungen bei der LBS

LBS fährt Kosten um 40 Millionen Euro pro Jahr herunter

Das ehrgeizige Ziel ist gesteckt – der Weg dahin schwierig und steinig: Die LBS West will sich durch neue Strukturen im Innen- und Außendienst, veränderte Produkte und deutliche Kostensenkung von 40 Millionen pro Jahr so viel Luft verschaffen, dass sie am Ende gestärkt aus der belastenden Niedrigzinsphase hervorgeht. Vorstandsvorsitzender Jörg Münning stellte am Dienstag den Zwischenstand vor.

Danach wird die Zahl der eigenen Gebietsleitungen in Nordrhein-Westfalen von 110 auf 55 reduziert. Wo es sich anbietet, rücken LBS-Kunden-Center und Sparkassen-Geschäftsstellen schon im Laufe der nächsten Monate enger zusammen. Der schon heute im Vergleich sehr produktive Innendienst in Münster – zurzeit rund 650 Mitarbeiter – wird in den kommenden fünf Jahren auf dem Weg über Fluktuation und Ruhestand um weitere 100 Stellen reduziert.

„Es sind große Veränderungen. Dies alles ist nicht einfach, aber notwendig. Und: Es wird machbar sein“, ist Münning von dem Weg überzeugt. Ein hocheffizientes Unternehmen stellt aus seiner Sicht die beste Garantie für sichere Arbeitsplätze dar.

Auslöser für den Umbau sind laut Münning neben dem Niedrigzinsniveau eine für die Bausparkassen „völlig überdimensionierte europäische Regulierung“ sowie die Abwanderung der Kunden in die mobilen und digitalen Beratungsformen. Das Bausparen selbst stehe nicht zur Debatte – im Gegenteil: Gerade als „Zinsversicherung“ sei es jetzt besonders attraktiv. „1,62 Prozent effektiv für 30 Jahre im Darlehnsbereich sichern – wo haben sie das sonst?“

An welchen Standorten in der Region die LBS-Kundencenter in die Sparkassen umsiedeln, wird laut Vertriebsvorstand Uwe Körbi augenblicklich noch ausgehandelt. Die Sparkassen in NRW, Eigentümer der LBS West, haben die Option. Über die Sommermonate wurden alle 110 Gebietsleiter, die als freie Handelsvertreter tätig sind, in Einzelgesprächen über die Veränderungen informiert. Zum Teil bleiben sie als Bezirksleiter für die LBS tätig. Laut Thomas Stachowski, Gebietsleiter der LBS Wesel, gibt es trotz der neuen Strukturen „eine Menge Gewinner“. Viele würden die neuen Chancen, die sich auch im Zusammenrücken mit den Sparkassen ergeben, wahrnehmen.

„Die Solidarität ist groß“, erklärte Maria Schulze-Freiling, Vorsitzende des Gesamtpersonalrates der LBS West. Das Zielbild „LBS 2020“ werde von den Mitarbeitern in Münster mitgetragen.

Nicht nur räumlich, sondern auch technisch rückt die LBS West stärker an die Sparkassen heran, die schon heute 60 Prozent des LBS-Neugeschäfts übernehmen. Die neue IT-Plattform („OSP Plus LBS“) wird unter das Dach der Sparkassenanwendungen gepackt. Gleichzeitig ist es das neue einheitliche System für alle deutschen Landesbausparkassen – exklusive Bayern. Die Integration findet im Frühjahr 2016 statt.

Dann dürfte es wohl einfacher sein, flexibel auf Rahmenbedingungen und Markt zu reagieren. So verzeichnen in Sparkassenfinanzierungen eingebundene Bausparverträge bereits heute einen Zuwachs. Während das Brutto-Neugeschäft um rund elf Prozent zurückging. Jörg Münning: „Das ist gewollt. Wir setzen konsequent auf die Finanzierungsorientierung.“

(Wolfgang Kleideiter, WN)


 


 

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