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  • 03.03.2015, 16:00 Uhr
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  • Münster / Hannover
Verdacht verbotener Preisabsprachen

Bundeskartellamt durchsucht Agravis und sechs weitere Agrar-Großhändler

Das Bundeskartellamt hat am Dienstagmorgen sieben Agrar-Großhändler und einen Branchenverband durchsuchen lassen - darunter auch die Agravis-Zentrale in Hannover, wie das münsterische Unternehmen auf Anfrage bestätigte. Im Raum steht der Verdacht verbotener Preisabsprachen im Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln.

Grundlage für die Untersuchung war ein Beschluss des Amtsgerichtes Bonn. "Die Untersuchungen werden damit begründet, dass möglicherweise Mitarbeiter an wettbewerbsbeschränkenden Absprachen beim Pflanzenschutzgroßhandel beteiligt gewesen sein sollen", hieß es bei Agravis. Das Unternehmen arbeite "kooperativ mit den untersuchenden Behörden zusammen", so Agravis weiter.

Beim Bundeskartellamt hieß es, die Behörde gehe dem Verdacht nach, dass es zu wettbewerbswidrigen Vereinbarungen bei der Kalkulation und der Festlegung von Großhandels- und Endverkaufspreisen gekommen sei. Die bundesweite Durchsuchung erfolgte zeitgleich an sieben Unternehmensstandorten und dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) in Berlin, heißt es.

Gerichtlicher Durchsuchungsbeschluss

An der Aktion waren rund 45 Mitarbeiter von Bundeskartellamt und Polizei beteiligt. Eine Durchsuchung des Bundeskartellamtes erfolgt auf der Basis eines gerichtlichen Durchsuchungsbeschlusses. Dieser setzt einen Anfangsverdacht für einen Kartellrechtsverstoß voraus.

Europas größter Agrarhändler BayWa bestätigte, dass auch bei ihm Büroräume am Hauptsitz in München durchsucht wurden. Dabei gehe es um den Verdacht, dass BayWa-Mitarbeiter an wettbewerbswidrigen Absprachen beim Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln beteiligt gewesen seien. Der Untersuchungszeitraum reiche bis ins Jahr 2000 zurück.

Das Bundeskartellamt betonte, die Durchführung einer Durchsuchung diene der Aufklärung des Sachverhalts und bedeute ausdrücklich nicht, dass sich die betroffenen Unternehmen und Personen tatsächlich eines Kartellrechtsverstoßes schuldig gemacht hätten. Bis zum Abschluss des Verfahrens gelte die Unschuldsvermutung.

(Martin Ellerich, WN, Redaktion)


 


 

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