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  • 29.08.2013, 08:59 Uhr
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  • Münster
Verkehrsfluss bei Tempo 50

Münsters Taxifahrer sind skeptisch

Im innerstädtischen Hauptstraßennetz der Stadt Münster gilt ab heute lückenlos Tempo 50. Weniger Unfälle und besserer Verkehrsfluss sind die Ziele, die Münsters Verkehrsplaner damit verfolgen. Stichprobenartig befragte Taxifahrer sind da allerdings skeptisch.

Tempo 70 war mal, Tempo 60 galt Mittwoch noch auf dem westlichen Teil des Rings. Doch damit ist es heute vorbei. Auch hier dürfen Autofahrer nicht mehr schneller als 50 Stundenkilometer fahren. Damit gilt, was der Rat der Stadt vor über einem Jahr beschlossen hat: Lückenlos Tempo 50 im innerstädtischen Hauptstraßennetz.

Durch die gleichmäßige Geschwindigkeit soll es weniger Unfälle geben und der Verkehr soll besser fließen, so die Argumentation der Verkehrsplaner. Für eine Unfallstatistik ist die neue Regelung noch zu frisch – über den Verkehrsfluss lasse sich aber schon eine Menge sagen, finden diejenigen, die erwiesenermaßen viel im Stadtverkehr mit dem Auto unterwegs sind. Vorläufiges Fazit einer zufälligen Auswahl von Taxifahrern auf dem Bahnhofsvorplatz: Tempo 50 oder Tempo 70 sei gar nicht die Frage, meint ein altgedienter Kollege. „Wichtig ist, dass der Verkehr fließt.“ Und das sei nach der Umstellung auf den Ausfallstraßen und Teilen des Rings leider nicht der Fall.

Keine grüne Welle bei Tempo 50

Beispiele: „Wer jetzt auf dem Albersloher Weg stadtauswärts ab der Halle Münsterland nicht vor jeder Ampel Rot sehen will, muss etwas schneller als 50 fahren“, sagt Sven Jensen. Aber Taxifahrer können sich bekanntlich keine Punkte in der Flensburger Verkehrssünder-Kartei leisten . . .

Oder die Weseler Straße stadtauswärts: Ab dem Abzweig Geiststraße zeige jede Ampel für alle Rot, die Tempo 50 einhalten, beobachtet Hakan Ayebe. Von einer grünen Welle jedenfalls könne keine Rede sein.

Da widerspricht Norbert Vechtel, beim städtischen Ordnungsamt für die Verkehrsregelung zuständig, nicht. Die Ampelschaltung sei nach der Änderung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit angepasst worden, sagt er. „Aber nur aus Gründen der Sicherheit, nicht um eine grüne Welle zu ermöglichen.“ Dafür sieht Vechtel nun hei Tempo 50 durchaus Chancen, aber die technische Umstellung sei Sache der Verkehrsingenieure vom Tiefbauamt.

Auf deren Arbeit sind die Taxifahrer nicht immer gut zu sprechen: Einer mosert darüber, dass die Ampeln auf den Ausfallstraße und dem Ring ihn jetzt „auch nachts, wenn niemand mehr unterwegs ist, ausbremsen“. Nur Taxifahrer Andreas Breselge kann der Umstellung Positives abgewinnen: Je langsamer er vorankomme, desto länger laufe das Taxameter. Fazit: „Die Einnahmen steigen.“

(Karin Völker)


 


 

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