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  • 27.05.2014, 08:47 Uhr
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  • Münsterland / Gronau
Videobefahrung

Gronauer Öl-Leck in 217 Meter Tiefe gefunden?

In einer ersten Phase des Drucktest der Rohrleitung von Kaverne S 5 wurden im Eper Amtsvenn keine Undichtigkeiten entdeckt. Bis 200 Meter ist alles „dicht“. Eine Videobefahrung zeigt hingegen in 217 Meter Tiefe eine mögliche Schadensstelle an einer Muffenverbindung.

Liegt die Ursache für den Ölaustritt aus dem Boden im Amtsvenn an einer Undichtigkeit der Kavernen-Verrohrung in 217 Meter Tiefe? Bei einer Videoinspektion der unterirdischen Rohrtour zur Kaverne haben die Experten in diesem Bereich eine „mögliche Schadensstelle gefunden“, wie Werner Isermann, Pressesprecher der Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg am Montag mitteilte.

„Die Videobefahrung zeigt Unregelmäßigkeiten, die jetzt weiter untersucht werden müssen“, so Isermann. Der Pressesprecher bestätigte, was zuvor bereits ein Sprecher der SGW erklärt hatte: Demnach liegt die mögliche Schadensstelle im Bereich einer Muffenverbindung zwischen einzelnen Teilen der Verrohrung die mehr als 1.100 Meter tief zur eigentlichen Kaverne führt. Details seien auf den Bildern aber nicht zu erkennen – das hänge mit Ölresten in dem inzwischen mit Wasser gefüllten Leitungssystem zusammen.

Sicher ist indes, dass die oberen 200 Meter der Rohrtour von Kaverne S 5 dicht sind. Das ist das Ergebnis einer ersten Phase des Drucktests, der seit Sonntag durchgeführt wird. Getestet wurde der obere Abschnitt des Leitungssystems der Kaverne dabei jeweils sechs Stunden lang mit einem Druck von 30, 45 und 65 bar.

„In einer zweiten Teststufe wird am Dienstag die Verrohrung im Bereich zwischen 200 Meter unter der Erdoberfläche und 1.070 Meter Tiefe untersucht. Hierbei wird das Leitungssystem einem Druck von 45 und 65 bar ausgesetzt – jeweils auch über sechs Stunden“, so Isermann.

Untersuchungen an der RWE-Gaskaverne S 58

Keine neuen Erkenntnisse gibt es derweil im Zuge der Untersuchungen an der RWE-Gaskaverne S 58. Die Arbeiten seien am Samstag weitergeführt und in dieser Woche wieder aufgenommen worden, so RWE-Sprecher Jonas Knoop. Mit Ergebnissen rechnet er Mitte bis Ende der Woche.

Die Kaverne wird derzeit überprüft, weil ein Sicherheitssystem einen Druckanstiege registriert hatte. Diese Meldung, die bei einer ständig besetzten Leitwarte aufläuft, sei – wie RWE und Bergamt betonen – immer Anlass für Inspektions- und Reparaturarbeiten. Gas sei nicht ausgetreten, der gesamte Vorgang sei weder ein meldepflichtiges Ereignis noch ein Störfall.

Das Bergamt, so Werner Isermann, habe aber – mit Blick auf die Vorgänge an der Ölkaverne – auf eine Information der Bevölkerung gedrängt, um Verunsicherung zu vermeiden. Dies vor allem auch vor dem Hintergrund, dass für die Arbeiten an der S 58 schweres Gerät zum Einsatz komme. Isermann bestätigte, dass ein Untertagesicherheitsventils an der Kaverne S 58 bei Ausbau (Voraussetzung für die Inspektion des Verrohrung) „etwas geklemmt“ habe. Der Ausbau sei inzwischen aber erfolgt, das Sicherheitsventil werde überprüft und instand gesetzt. Der gesamte Vorgang an Kaverne S 58 werde im Rahmen des routinemäßigen Reparaturmanagements bearbeitet.

(Klaus Wiedau, WN)


 


 

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