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  • 19.11.2012, 11:52 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Viele freie Ausbildungsplätze

Das Handwerk sucht dringend Lehrlinge

Auf weiblichen Nachwuchs setzt das Handwerk immer mehr – auch in bislang klassischen Männer­berufen.

Hermann Eiling macht sich Sorgen: Das Handwerk im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region leidet massiv unter Nachwuchsmangel. „Die Betriebe würden gerne mehr ausbilden“, betonte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster. Indiz dafür sei die hohe Zahl unbesetzter Stellen in der Lehrstellenbörse der Kammer. 412 Ausbildungsplätze seien dort zurzeit noch vakant, nach lediglich 294 zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. „Alle Begabungsgruppen müssen an das Handwerk gebunden werden“, forderte Eiling. Wenn die Qualifikation zunächst nicht ausreiche, müssten die Betriebe nachschulen, so der Hauptgeschäftsführer.

Zusätzliche Auszubildende will das Handwerk auch unter Mädchen und jungen Menschen mit höherem Schulabschluss gewinnen. In den vergangenen zehn Jahren sei der Anteil der Lehrlinge mit Abitur und Fachabitur im Kammerbezirk bereits von sechs auf elf Prozent geklettert, sagte Eiling. Für 2013 hätten sich die Betriebe der Region das Ziel gesetzt, 400 zusätzliche Ausbildungsplätze mit Bewerbern dieser Bildungsgruppe zu besetzen. „Wir haben in den kommenden Jahren einen enormen Bedarf an Führungskräften und Unternehmern“, nannte der Hauptgeschäftsführer einen wesentlichen Grund für diese Bemühungen.

„Schon heute erzwingt der Fachkräftemangel Überstunden“, erklärte Kammerpräsident Hans Rath. Ursache dafür ist vor allem, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage der Handwerksbetriebe in der Region weiterhin robust ist. 89 Prozent der münsterländischen Handwerksbetriebe geben ihrer aktuellen Geschäftslage die Noten „gut“ oder „befriedigend“. Auch die Aussichten trüben sich bislang nicht ein: „Das Handwerk erwartet eine ruhigere Gangart auf hohem Niveau“, so Rath.

Die Kapazitäten der Handwerksbetriebe sind weitgehend ausgelastet. Über alle Sparten hinweg sei der Auslastungsgrad binnen Jahresfrist um weitere zwei Prozentpunkte auf 85 Prozent gewachsen. 23 Prozent der Handwerksfirmen hätten in den vergangenen sechs Monaten neue Arbeitskräfte eingestellt, nur acht Prozent Mitarbeiter entlassen, berichtete Rath.

An den Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag appellierte der Kammerpräsident, endlich das vor über einem Jahr vom Parlament verabschiedete „Gesetz zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung“ in Kraft zu setzen. Die Sanierung komme erst dann in Fahrt, wenn die anfallenden Kosten steuerlich absetzbar seien.

(Jürgen Stilling)


 


 

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