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  • 01.07.2014, 08:38 Uhr
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  • Münsterland / Gronau
Viele offene Fragen

Ölaustritte im Kavernenfeld stellen Technologie infrage

Die genaue Ursache der Leckage im Kavernenfeld in Gronau-Epe ist weiterhin unklar. Die Antwort auf diese Frage wird aber entscheidend für die Zukunft der gesamten Kavernen-Technologie sein. Das machten der Leiter der Abteilung Bergbau und Energie bei der Bezirksregierung Arnsberg, Wilhelm Wagner, und sein Mitarbeiter Werner Grigo, am Montag im Regionalrat in Münster deutlich. Erst nach Abschluss aller Untersuchungen könne man endgültige Schlüsse ziehen.

Durch die Minderung des Druckes kann am Kavernenfeld S5 momentan kein Öl austreten. Neben den Untersuchungen an der entdeckten Leckage in 217 Metern Tiefe werde es in der Kaverne noch einen Test mit Spezialgas geben, „der nicht trivial ist und gerade vorbereitet wird. Das Ergebnis sei von großer Bedeutung für die weitere Einordnung des Ereignisses und, ob die Einlagerung von sicherheitsrelevanten Stoffen in Salzlagerstätten neu diskutiert werden müsse. Der Zustand in der Kaverne ist „derzeit stabil“. So ein Schadensfall ist laut Wagner bisher noch niemals aufgetreten und eine enorme Herausforderung für alle Beteiligten. Regierungspräsident Dr. Rainer Klenke lobte die gute Zusammenarbeit aller Stellen.

Laut Wilhelm Wagner gehen die Spezialisten davon aus, dass es nur in der Zeit vom 23. auf den 24. Februar zu einem Ölaustritt gekommen ist. Wagner: „Nach dem Druckabfall in der Kaverne fand sechs Stunden später eine eingeleitete Druckentlastung statt, die bis heute andauert. Seitdem kann kein Öl mehr austreten.“ Warum das ausgetretene Öl in der Folge durch die bisher als dicht eingeschätzten Tonschichten an die Oberfläche gelangen konnte, können die Wissenschaftler noch nicht endgültig beantworten. Wagner: „Es muss wie durch einzelne Blutadern nach oben gelangt sein. Dies wird aber derzeit untersucht.“ Bei seismischen Messungen hat man Millionen von Einzeldaten gesammelt, die ausgewertet werden. Ein Ergebnis erwarten die Spezialisten Ende Juli.

75 Gaskavernen vor Ort 

„Es wird die Frage sein, ob die Technologie neu überdacht werden muss“, erklärte Grigo. Bis zur Klarheit über den Vorfall seien auch die beiden anderen Öl-Kavernen präventiv druckentlastet worden „und damit in sicherer Verwahrung“. Die 75 Gaskavernen vor Ort haben laut Bezirksregierung ein ganz anderes System und sind aus jüngerer Zeit. Trotzdem werden sie auch überprüft. Die Ursachenforschung stehe neben der Gefahrenabwehr an erster Stelle.

Noch sind viele Fragen offen. Auch die nach der Schadenssumme, die laut Wagner „bisher nicht bekannt ist“

(WN)


 


 

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