Weitere Artikel
  • 28.09.2012, 13:10 Uhr
  • |
  • Kreis Borken
Virtuelle Sucht

Jahrestagung der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft

Die Jahrestagung der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft im Kreis Borken zum Thema „Virtuelle Sucht – Beratung, Hilfen und Behandlung" stellt die Frage: „Wer oder was wird gespielt?"

Im Rahmen der diesjährigen Aktionstage "Sucht hat immer eine Geschichte" fand jetzt im Borkener Kreishaus die Jahrestagung der "Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft im Kreis Borken" (PSAG) statt. "Wer oder was wird gespielt?" lautete der bewusst doppeldeutig gewählte der Titel der Veranstaltung, bei der sich alles um "Virtuelle Sucht - Beratung, Hilfen und Behandlung" drehte.

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden PSAG-Vorsitzenden Matthias Brinkmann führte Diplom-Pädagoge Bernhard Pacho in das Tagungsthema ein. Pacho ist Mitarbeiter der Suchtberatung des SKM Bocholt und gleichzeitig Sprecher der "Arbeitsgemeinschaft Sucht und Aids" der PSAG. Seit etwa 10 Jahren nehme bei jungen Menschen eine übermäßige PC- und Internetnutzung zu, erklärte der Referent und konstatierte: "Aktuelle internationale Studien, die vorwiegend Jugendliche befragten, stufen mittlerweile zwischen 1,6 und 8,2 Prozent der Internetnutzer als 'abhängig' ein." Die Internet- und Medienabhängigkeit, die aber auch bei Erwachsenen festzustellen sei, stelle folglich eine zunehmende Herausforderung für die Gesellschaft und das psychosoziale Versorgungssystem dar. Für Betroffene und ihre Angehörigen sei es überdies oft schwierig, kompetente und ortsnahe Hilfe zu finden.

Sowohl Bernhard Pacho als auch die weiteren Tagungsreferenten gaben anschließend einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Unterstützung und Therapie. Ulrike Dickenhorst, Therapeutische Leiterin der Gütersloher Bernhard-Salzmann-Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, berichtete über die stationäre Behandlung "virtueller Sucht". Joachim Jüngst, Mitarbeiter der Fachstelle für Suchtvorbeugung der Aktion Selbsthilfe in Rheine, stellte die Präventionsarbeit und ambulante Hilfen vor.
Mit einer offenen Diskussionsrunde, die von Bernhard Pacho und Reinhild Wantia (Psychiatriekoordinatorin des Kreises Borken) geleitet wurde, schloss die Tagung, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wichtige Informationen und Anregungen für die eigene berufliche Praxis vermittelte.

Zum Hintergrund

Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft im Kreis Borken (PSAG), 1978 gegründet, verfolgt das Ziel, die regionale und psychosoziale Versorgung mit den vor Ort tätigen Fachdiensten und -institutionen weiterzuentwickeln und zu koordinieren. Im Vordergrund stehen der Erfahrungsaustausch der Fachleute, die gegenseitige fachliche und institutionelle Unterstützung sowie die gemeinsame Fort- und Weiterbildung.

Die PSAG besteht aus drei Arbeitsgruppen: Ludger Kämmerling, Leitender Arzt des Sozialpädiatrischen Zentrums Westmünsterland, ist Sprecher der Arbeitsgruppe "Kinder und Jugendliche". Der Vorsitzende der PSAG, Dr. Thomas Plenge aus Rhede, leitet die Arbeitsgruppe "Erwachsene" und Bernhard Pacho vom SKM Bocholt die Arbeitsgruppe "Sucht und Aids". Geschäftsführer der PSAG ist Hubert Beiring, Verwaltungsleiter des Kreisgesundheitsamtes Borken.

(Redaktion)


 


 

Matthias Brinkmann
Bernhard Pacho
Ulrike Dickenhorst
Joachim Jüngst
Ludger Kämmerling
Dr. Thomas Plenge
Hubert Beiring
Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft
Kreis Borken
Arbeitsgruppe Kinder
Hilfen
PSAG
Behandlung

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Matthias Brinkmann" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: