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  • 07.06.2013, 11:52 Uhr
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  • Kreis Steinfurt
Volksbank Westerkappeln/Wersen

Genossenschaftliches Geldinstitut will dauerhaft eigenständig bleiben

„Wir wollen dauerhaft als Volksbank Westerkappeln/Wersen an der Seite unserer Kunden stehen“, erklärte Bankvorstand Ulrich Kröner anlässlich der Generalversammlung im Sportpark.

„Wir sehen nach wie vor keinen Anlass, Fusionsgespräche zu führen.“ Diese Worte von Ulrich Kröner am Mittwochabend hätte man auch als Grußbotschaft an die gleichzeitig in Ibbenbüren tagende Vertreterversammlung der Volksbank Tecklenburger Land verstehen können. Diese hat sich mit großer Mehrheit für einen Zusammenschluss mit der Volksbank Nordmünsterland (Rheine) ausgesprochen hat.

Das Selbstbewusstsein Kröners nährt sich nicht zuletzt aus einem nach seinen Angaben „besonders erfolgreichem Geschäftsjahr 2012“, das in vielen Bereichen überdurchschnittliche Zuwächse verzeichne.

Dabei nimmt sich die Volksbank Westerkappeln/Wersen im Vergleich zum benachbarten genossenschaftlichen Geldinstitut immer mehr als Zwerg aus, wenn auch als ein gewichtiger: Die zur VR-Bank Kreis Steinfurt eG fusionierten Volksbanken Nordmünsterland und Tecklenburger Land geht rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres mit einer Bilanzsumme von 2,4 Milliarden Euro an den Start. Dagegen verblasst das Geschäftsvolumen der Volksbank Westerkappeln mit 131,1 Millionen Euro (+1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr) beinah. Die neue VR Bank hat über 600 Mitarbeiter, 37 Filialen und 68.000 Mitglieder. Die Kennziffern aus Westerkappeln lauten 33 Beschäftige, zwei Niederlassungen und 3.544 Anteilseigner.

Eigenständig und unabhängig

Während die Bankenehe in Ibbenbüren und Rheine als Zukunftschance gefeiert wird, sehen Vorstand und Aufsichtsrat der örtlichen Volksbank gerade in der Überschaubarkeit große Vorteile. Persönlich und kundennah, eigenständig und unabhängig, solide und bodenständig sind die Pfunde, mit denen das Geldinstitut auch im 125. Jahr seines Bestehens wuchert. „Wir sind in allen Fragen des Finanzgeschäftes gut gerüstet“, betonte Kröner in seinem Bericht zum vergangenen Geschäftsjahr. Das attestierten auch die Wirtschaftsprüfer.

2012 hakte der Bankvorstand unter der Überschrift „Erfolgreich“ ab. Das Gesamtkundenvolumen – dazu gehören beispielsweise Bauspardarlehen oder die Vermittlung von Lebensversicherungen – habe sich deutlich von 217 auf 227 Millionen Euro (+4,4 Prozent) erhöht.

Ein überdurchschnittliches Wachstum (+6,0 Prozent) verzeichne die Bank auch bei den Kundenforderungen im traditionellen Kreditgeschäft, die sich auf 98,6 Millionen Euro beliefen. Dies sei vor allem auf eine Ausweitung des gewerblichen Kreditgeschäftes und auf Wohnbaufinanzierungen zurückzuführen.

Die Kundeneinlagen sind laut Vorstand um drei Prozent auf rund 84 Millionen Euro gestiegen. Diese Entwicklung resultiere vor allem aus Zuwächsen bei den täglich fälligen Einlagen (+15,4 Prozent) und den Spareinlagen (+10,7 Prozent). Rückläufig gewesen seien dagegen die Termineinlagen. „Die Veränderungen spiegeln damit die Suche nach sicheren Anlageformen aufgrund der anhaltenden Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise wider“, meinte Kröner.

Unter dem Strich der Bilanz steht ein Jahresgewinn von rund 257.000 Euro, geringfügig weniger als 2011. Zum einen fließt dieses Geld ins Eigenkapital , zum anderen an die Eigner der insgesamt 9.124 Anteile zurück. Vier Prozent Stammdividende werden gezahlt. Obendrauf gibt es zum 125. Jubiläum einen passenden Bonus von 1,25 Prozent. Aus der sehr gut besuchten Generalversammlung im Sportpark gab es dagegen keinen Widerspruch.

Die Mitglieder durften neben der Entlastung des zweiköpfigen Vorstandes und der sechs Aufsichtsräte auch noch zwei der Letztgenannten turnusgemäß im Amt bestätigen. Wilhelm Nordsiek und Dr. Jens Krämer (beide aus Westerkappeln) stellten sich zur Wiederwahl, was jeweils einstimmig geschah.

Was dieses und das kommende Jahr betrifft, erwarten die Bankvorstände infolge der anhaltenden Finanzkrisen eine moderate Entwicklung bei Krediten und den Einlagen. Zu den langfristigen Perspektiven wollte Kröner nur so viel sagen, „dass wir weiter keinen Anlass sehen, Fusionsgespräche zu führen.“

(Frank Klausmeyer)


 


 

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Dr. Jens Krämer
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