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  • 22.04.2014, 08:44 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Volle Auftragsbücher

Konjunkturumfrage der HWK Münster zeigt beste Stimmung seit 23 Jahren

So gut war die Stimmung in diesem Jahrtausend noch niemals zuvor: Ja sogar seit 23 Jahren haben die Handwerksbetriebe in der Region ihre Geschäftslage nicht mehr so optimistisch beurteilt wie im Frühjahr 2014.

Diesem Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage des Handwerkskammer Münster verpasste Kammerpräsident Hans Rath am Donnerstag sogar noch ein Sahnehäubchen: „Im Münsterland ist die Lage des Handwerks sogar noch rosiger“, sagte Rath und betonte, dass hier 91 Prozent der befragten Unternehmen eine „gute“ oder „zufriedenstellende“ Lage zu Protokoll gaben. In der Emscher-Lippe-Region – ebenso Teil des Kammerbezirks – lag dieser Wert lediglich bei 78 Prozent.

Und damit der guten Nachrichten noch nicht genug: 94 Prozent der münsterländischen Handwerksbetriebe blickten auch auf die kommenden Monate mit viel Zuversicht, so Rath.

Volle Auftragsbücher und eine hohe Kapazitätsauslastungen melden die Betriebe fast aller Handwerkssparten. Besonders rund laufen die Geschäfte zurzeit in den Bauberufen, vor allem im Ausbaugewerbe, zu dem beispielsweise Maler, Installateure und Fliesenleger zählen. Der einzige Wermutstropfen kommt aus dem Kfz-Gewerbe: Hier ist der Anteil der unzufriedenen Betriebe von 22 auf 27 Prozent gewachsen.

Hart ins Gericht ging der Kammerpräsident mit der EU, weil Brüssel den Meisterbrief als Zulassungsvoraussetzung für die Selbstständigkeit in Frage stellt. Schon vor zehn Jahren war in 53 Handwerksberufen die Meisterpflicht aufgehoben worden. In 43 Berufen besteht sie seitdem weiter. „Dazu zählen allerdings 80 Prozent aller Betriebe“, betonte Hermann Eiling, Hauptgeschäftsführer der Kammer.

Die Pflicht zum Meisterbrief stärkt laut Rath die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe: Während die Zahl der Lehrlinge in zulassungsfreien Berufen seit dem Jahr 2003 um 24 Prozent geschrumpft sei, habe das Minus in den anderen Handwerkszweigen nur bei 6,5 Prozent gelegen.

Um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen, setzt die Handwerkskammer auf zwei Säulen: die Nachwuchsgewinnung und die Intensivierung der Mitarbeiterbindung. „Seit vier Jahren wird im regionalen Handwerks mehr eingestellt“, stellte Rath heraus. Doch junge Menschen fürs Handwerk zu begeistern, wird immer schwerer. Auch Studienabbrecher gehörten deshalb zum Potenzial möglicher Handwerkslehrlinge, betonte Eiling. Rund 20 Mitarbeiter befassen sich inzwischen bei der Handwerkskammer Münster mit dem Thema „Nachwuchsgewinnung“.

(Jürgen Stilling, WN)


 


 

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