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  • 03.07.2013, 13:06 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Vorbeugung und Empfehlungen

IHK berät Geschäftsleute zum Verhalten bei Raubüberfall

„Spielen Sie bloß nicht den Helden.“ Das war die wichtigste Empfehlung von Kriminalhauptkommissar Manfred Wissing aus Münster an die 50 Geschäftsleute, die sich gestern (1. Juli) in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen darüber informierten, wie sie Raubüberfällen vorbeugen, im Ernstfall richtig reagieren und die Folgen bewältigen können.

Das Risiko, als Unternehmer oder Mitarbeiter Opfer von Raubüberfällen zu werden, sollte nicht unterschätzt werden. Mehr als 1.500 Geschäfte, Spielhallen, Solarien, Juweliere oder Tankstellen wurden im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen überfallen. „Der Schutz des eigenen Lebens und der Gesundheit hat in einem solchen Fall immer Vorrang vor materiellen Werten“, so Wissing.

Befolgten Mitarbeiter eine Hand voll Maßnahmen, ließen sich schon die Gelegenheiten zum Raubüberfall minimieren: „Vor dem Betreten des Geschäfts auf verdächtige Personen und Fahrzeuge achten, beim Verlassen des Betriebs die Umgebung beobachten, verdächtige Kunden im Auge behalten und nicht alleine in den Außenbereich gehen“, zählte Wissing auf. Im Zweifelsfall sollten Mitarbeiter nicht davor zurückschrecken, Kennzeichen verdächtiger Fahrzeuge aufzuschreiben, Personenbeschreibungen zu notieren und die Polizei zu rufen.

„Im Fall der Fälle bleiben Sie möglichst ruhig und höflich. Nehmen Sie den Täter ernst und hören Sie ihm aufmerksam zu“, fügte Kriminalhauptkommissar Uwe Schnaubelt hinzu. Sein Rat: „Behandeln Sie den Täter wie einen Kunden.“ Die Gefahr einer Kurzschlusshandlung werde deutlich reduziert, wenn Mitarbeiter den Anweisungen des Täters folgen, sich ihm nicht in den Weg stellen, sich nicht hastig bewegen, die Hände gut sichtbar halten und den Täter nicht mit einer Waffe bedrohen. „Nur wenn kein Risiko besteht, sollte der Alarm ausgelöst werden“, sagte Schnaubelt.

Ist der Täter geflohen, gelte es, erste Hilfe für Verletzte zu leisten und die Polizei zu rufen. Wissing empfiehlt, „für die Opfer einen Schutzraum zu schaffen, sie zu beruhigen und die Angehörigen und den Inhaber zu benachrichtigen“. Das Geschäft sollte zur Spurensicherung geschlossen werden. Um die Eindrücke für die polizeilichen Ermittlungen festzuhalten, sei es außerdem wichtig, sich direkt nach dem Raubüberfall Notizen zum Aussehen des Täters, zum Fluchtfahrzeug und zur Beute zu machen.

„Unternehmer sollten sich nach dem Raubüberfall unbedingt bei ihrer Berufsgenossenschaft melden“, erklärte Peter Liening-Ewert von der Berufsgenossenschaft für Handel und Warendistribution. Denn die könne Mitarbeiter von Mitgliedsunternehmen psychologisch beraten und Folgeschäden vorbeugen. Was Geschäftsleute für einen möglichst weitgehenden Versicherungsschutz beachten müssen, erklärten Martin H. Kramer, Maurice de Wal und Dr. Oliver Smode von der Kanzlei Harnischmacher, Löer und Wensing aus Münster.

Weitere Informationen:

IHK Nord Westfalen, Katrin Lühl
Telefon 0251.707-292, www.ihk-nordwestfalen.de/handel

Kontakt zum Opferschutz des Polizeipräsidiums Münster:
www.polizei.nrw.de/muenster/artikel__1927.html

(Redaktion)


 


 

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