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  • 24.12.2013, 08:00 Uhr
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  • Münsterland / Kreis Warendorf
Weichenstellung

Veka-Gruppe macht weltweit 800 Mio. Euro Umsatz

Auch im Jahr 2013 hat die Veka-Gruppe weltweit rund 800 Millionen Euro Umsatz gemacht. Erwartet worden war ein Wachstum. Für die Unternehmensführung war das Geschäftsjahr ein „Jahr der Weichenstellung“ mit Blick auf die Zukunft. Dazu sollen vor allem Innovationen beitragen.

„Wenn ich dieses Jahr beschreiben müsste, dann würde ich sagen, dass es ein Jahr der Weichenstellung für die gesamte Gruppe war“, so fasst der Vorstandsvorsitzende der Veka AG, Andreas Hartleif, im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichte die vergangenen zwölf Monate zusammen.

Für 2013 hatte Veka weltweit auf weiteres Umsatz-Wachstum gesetzt. Das habe sich aber nicht auf allen Märkten eingestellt. Auch wenn man so die eigenen Ziele nicht ganz umsetzen konnte, zeigt sich das Management des Sendenhorster Fensterprofilherstellers dennoch zufrieden mit dem Erreichten: „Wir haben das hohe Niveau halten können“, sagt Hartleif. In jedem Fall habe Veka die Marktführerposition der Branche „eindeutig behauptet“.

Knapp 800 Millionen Euro hat das Unternehmen mit seinen Töchtern 2013 weltweit umgesetzt. Bei gestiegener Produktivität und Optimierung der Abläufe sei das Ergebnis etwas besser ausgefallen als das des Jahres 2012.

Rund 50 Millionen Euro habe das Familienunternehmen dabei im vergangenen Jahr in der Gruppe investiert, vor allem, um die Basis für das angestrebte Wachstum in den kommenden Jahren zu festigen, führt der Vorstandschef aus. Etwas geringer, aber etwa in der gleichen Größenordnung, sollen die Investitionen im Jahr 2014 ausfallen.

Der Standort Sendenhorst ist hervorragend aufgestellt

Gut gearbeitet worden sei vor allem in Sendenhorst, von wo aus der Binnenmarkt und Teile Europas beliefert werden. Gerade der deutsche Fenstermarkt sei „nach wie vor ein wichtiger Baustein für den Erfolg der gesamten Gruppe“, so Hartleif. Hier habe man leicht zulegen können und das trotz der diversen Einflüsse von außen, wie beispielsweise dem wachsenden Anteil von Fenstern aus polnischer Produktion.

Gestützt auf „hohe Qualität, gute Lieferperformance und viele Serviceleistungen für die Fensterbauer“, so Hartleif, habe sich der Hauptsitz der Gruppe einmal mehr als „schlagkräftige Einheit“ erwiesen. „Der Standort Sendenhorst ist hervorragend aufgestellt“, erklärt Vertriebsvorstand Bonifatius Eichwald.

Veka habe sich in einer schwierigen, von starkem Wettbewerb und großem Preisdruck gekennzeichneten Marktsituation „sehr gut behauptet“. Eichwald: „Fast die Hälfte des Gruppenumsatzes wurde in Sendenhorst erzielt.“

In Amerika sind die schwierigen Jahre überwunden

Das internationale Umfeld der Veka-Gruppe sei in diesem Jahr „von sehr unterschiedlichen Entwicklungen geprägt“ gewesen. Die positivste Nachricht kommt dabei aus Amerika, wo allem Anschein nach die schwierigen Jahre überwunden seien. „Die USA sind ein bedeutender Markt für uns“, sagt Andreas Hartleif. 13 Prozent mache derzeit der Umsatz in Nordamerika am Umsatz der gesamten Gruppe aus. „Wir haben in den USA einen deutlichen Umsatzsprung gemacht und das Ergebnis gesteigert“, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Inzwischen sei Veka in den USA „Marktführer bei den Fenstersystem-Herstellern“.

Problematischer sei die Lage in Asien und auch in europäischen Ländern wie Tschechien und in der Ukraine, derzeit in den Medien omnipräsent, gewesen. „In China ist bei den großen Baufirmen das Geld knapp. Viele Projekte werden geschoben“, berichtet Andreas Hartleif.

Das 2011 in England erworbene Unternehmen Bowater sei auch mit Hilfe vieler Mitarbeiter aus Sendenhorst in die Gruppe integriert worden. „Das ist gut gelungen und nun weitestgehend abgeschlossen“, meint der Vorstandschef.

Besonders stolz sei man in diesem Zusammenhang „auf die engagierte Leistung der Mitarbeiter aus Sendenhorst“, die nicht nur in England sondern auch für die Töchter in den USA, Südamerika und Russland, zum Teil auch direkt vor Ort, einen wertvollen Beitrag geleistet hätten. „Dieser Aspekt macht auch unsere Attraktivität als Arbeitgeber aus. Hier können wir einen sicheren Arbeitsplatz mit vielen interessanten Projekten in einem internationalen Umfeld bieten“, ergänzt Eichwald.

Für die Zukunft erwartet das Management, dass in Deutschland der Wohnungsbau und vor allem die energetische Sanierung im Rahmen der Energiewende zunehmend an Bedeutung gewinnen, auch wenn es im aktuellen Koalitionsvertrag keine konkreten Beschlüsse gebe, etwa bezogen auf schnellere Abschreibungsmöglichkeiten für Hausbesitzer.

Einbruchsicherheit bei Fenstern ist eine Anforderung der Zukunft

Das Fenster werde bei der Gebäudesanierung eine wichtige Rolle spielen, aber nicht nur dort, so Eichwald. „Komfort, Qualität, Design, Funktionalität, Energie, Nachhaltigkeit – und nicht zuletzt Einbruchssicherheit“, nennt der Vertriebsvorstand als Anforderungen der Zukunft.

Das Fenster könne künftig womöglich nicht nur Wärme und Kälte abhalten, sondern Energie über solare Zugewinne selbst erzeugen. Effiziente Lüftungssysteme seien ebenso wichtig. Auch das Thema „Oberflächengestaltung“ gewinne für Veka zunehmend an Bedeutung. Um sich damit konkret auseinanderzusetzen, habe das Unternehmen mit der VTS in Sendenhorst eigens eine Firma gegründet, die nun die Arbeit aufnehme. In Kooperation mit Wissenschaft und Industrie soll hier weitreichendes Know-How aufgebaut werden, „um Veka einen Technologie-Vorsprung zu geben“.

Angesiedelt im ehemaligen Funke-Gebäude unterstreiche die Neugründung den eigenen Anspruch an Qualität, Kundenservice und Verbraucherschutz.

Und bei all dem gelte es aber, die Kunden in Handwerk und Industrie „mitzunehmen“ und intensiv zu begleiten, auch mit Schulungen. Das seien abseits des Tagesgeschäftes „große Herausforderungen“, die es 2014 zu bewältigen gelte. „Aber nicht nur im Bereich der Kundenunterstützung wollen wir zulegen. Das erklärte Ziel bleibt die Steigerung des Umsatzes auf über 800 Millionen Euro und der damit verbundene Ausbau unserer Marktposition durch Qualität und Innovation“, so Vorstandschef Andreas Hartleif.

(WN)


 


 

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