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  • 23.01.2013, 06:30 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Weiterbildung

Wer zahlt für Mitarbeiter-Fortbildung?

Ein Arbeitgeber schickt seinen Mitarbeiter zu einem Lehrgang. Die Kosten hierfür will die Firma übernehmen. Dann aber kündigt der Angestellte.

In den meisten Fällen liegt eine Win/Win-Situation vor: Beide Arbeitsvertragsparteien sind daran interessiert, dass sich der Arbeitnehmer fortbildet. Meist übernimmt der Arbeitgeber die Kosten. Dafür verpflichtet sich regelmäßig der Arbeitnehmer in einer Fortbildungsvereinbarung, nach Abschluss der Fortbildung über einen längeren Zeitraum weiter für den Arbeitgeber tätig zu sein.

So weit, so gut. Aber was passiert, wenn der Arbeitnehmer die Fortbildung vorzeitig abbricht oder das Arbeitsverhältnis vor Abschluss der Fortbildung beendet? Vereinbarungen über die Erstattung von Fortbildungskosten regeln meist auch diesen Fall. Dabei soll sichergestellt werden, dass der Arbeitgeber die entstehenden Kosten nur tragen muss, wenn er die durch die Fortbildung erlangte Qualifikation des Arbeitnehmers tatsächlich für sich nutzen kann. Kündigt der Arbeitnehmer oder bricht er die Fortbildung ab, ist er regelmäßig verpflichtet, dem Arbeitgeber die angefallenen Kosten zu erstatten. Darauf weist der Verband deutscher Arbeitsrechts-Anwälte hin.

Diese Konstellation ist immer wieder Gegenstand von Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Der Arbeitgeber will die vergeblichen Aufwendungen zurückerhalten, der Arbeitnehmer wiederum will damit nicht belastet werden. Die Arbeitnehmer berufen sich häufig auf Formfehler, um aus der Verpflichtung zur Kostenerstattung herauszukommen.

Dem Arbeitnehmer muss durch die Fortbildung eine Qualifikation vermittelt werden, die er auf dem Arbeitsmarkt anderweitig verwenden kann. Ferner muss die Bindungsdauer in einem angemessenen Verhältnis zur Dauer der Fortbildung und zur Höhe der Kosten stehen, die der Arbeitgeber aufwendet. Außerdem muss sich die Verpflichtung zur Erstattung der Fortbildungskosten bei Fortbestand des Arbeitsverhältnisses verringern.

Bei beispielsweise einer zweijährigen Bindungsdauer beträgt die monatliche anteilige Minderung des zu erstattenden Betrages 1/24 der für die Fortbildung angefallenen Kosten. Überdies muss geregelt werden, welcher Umstand eine Erstattungspflicht begründet. Eine Kündigung des Arbeitgebers, für die der Arbeitnehmer keinen Anlass gegeben hat, kann von vornherein nicht zu einer Erstattungspflicht führen. Sie kommt aber in Betracht, wenn der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis zutreffend aus verhaltensbedingten Gründen kündigt oder wenn der Arbeitnehmer das Unternehmen aus eigenem Antrieb noch vor Abschluss der Fortbildung verlässt.

(Redaktion)


 


 

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