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  • 17.09.2015, 09:49 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Weiterbildungs-Studie

Münsterländer haben im Bereich Weiterbildung einen Vorsprung

Jeder siebte Deutsche ab 25 Jahre bildet sich mindestens einmal im Jahr fort, exakt waren es 13,5 Prozent. Allerdings sind die regionalen Unterschiede enorm. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh hervor, deren Ergebnisse am Mittwoch vorgestellt wurden. Die Untersuchung basiert auf den Zahlen des Mikrozensus von 2007 bis 2012.

Regionen mit großer Wirtschaftskraft sind in puncto Weiterbildung führend. Auch im Münsterland sorgt die gesunde Wirtschaftsstruktur nicht nur für überproportionales Wirtschaftswachstum, sondern ebenso für einen stärkeren Weiterbildungsdrang: 15,76 Prozent der Mitarbeiter münsterländischer Unternehmen haben sich laut Bertelsmann-Stiftung jährlich fortgebildet – das ist der Spitzenwert in NRW. Der Vergleichswert für ganz Nordrhein-Westfalen liegt lediglich bei knapp zwölf Prozent.

Rückläufiger Weiterbildungs-Trend im Münsterland

Doch der Trend ist in den Kreisen der Region und der Stadt Münster in den vergangenen Jahren leicht rückläufig. Stärkstes Weiterbildungsjahr war das Jahr 2008. Zahlen für die einzelnen Kreise wurden nicht ermittelt.

„Die Weiterbildungschancen sind in Deutschland ungleich verteilt“, beklagte Jörg Dräger aus dem Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. An Geringqualifizierten gehen die Weiterbildungsangebot häufig vorbei. Bundesweit nahmen nur 6,7 Prozent der Menschen ohne Schul- und Ausbildungsabschluss an Fortbildungskursen teil, im Münsterland sogar nur sechs Prozent. Noch ungünstiger ist die Lage in NRW insgesamt, wo die entsprechende Quote bei lediglich 5,5 Prozent liegt.

Potenzial von Geringqualifizierten nicht voll ausgeschöpft

Während im Münsterland – bezogen auf alle Mitarbeiter – mehr weitergebildet wird als es die Schätzung von Statistikern erwarten ließ, wird das Potenzial von Geringqualifizierten nicht voll ausgeschöpft.

Bundesweit gibt es die höchsten Fortbildungsquoten in Würzburg (19 Prozent) sowie rund um Ingolstadt (18,7 Prozent) und Augsburg (18,1 Prozent). Schlusslichter sind neben dem Emsland (sechs Prozent) auch Aachen mit 6,5 Prozent und Ostfriesland mit 7,6 Prozent.

Betrachtet man die Weiterbildungsquoten der Bundesländer, liegt Hessen mit 16 Prozent vorn. Dann folgen Baden-Württemberg (15,7) und Bayern (14,8 Prozent). Abgehängt sind dagegen das Saarland (11,3 Prozent), Sachsen-Anhalt (11,6) und Sachsen (11,9 Prozent).

(Jürgen Stilling, WN)


 


 

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