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  • 03.01.2013, 14:26 Uhr
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  • Kreis Borken
Weniger Anträge - mehr Väter

20 Millionen Euro Elterngeld in 2012 im Kreis Borken ausgezahlt

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Insgesamt 3.764 Anträge auf Elterngeld hat der Kreis Borken im vergangenen Jahr bewilligt. Das waren 146 weniger als im Jahr zuvor. Trotzdem ist die Zahl der Väter, die Elterngeld in Anspruch nehmen, gegenüber dem Vorjahr um 5 auf 744 gestiegen.

Der Anteil liegt damit nun bei 19,8 Prozent. Ausgezahlt hat der Kreis Borken im vergangenen Jahr rund 20,1 Millionen Euro Elterngeld. 2011 waren es bei höherer Empfängerzahl 21,15 Millionen Euro.

Bis zu 14 Monate lang kann Elterngeld gezahlt werden, wenn auch der zweite Partner mindestens zwei Monate zu Hause bleibt oder seine Arbeitszeit reduziert. Ein Elternteil kann maximal zwölf Monate das Elterngeld in Anspruch nehmen. Von dieser Möglichkeit machten im vergangenen Jahr allerdings lediglich 41 Väter Gebrauch, die sich für eine Auszeit entschieden. "Die meisten Männer beziehen nur für die so genannten Partnermonate das Elterngeld und kehren nach zwei Monaten wieder an ihren Arbeitsplatz zurück", erklärt Markus Grotendorst, Leiter der zuständigen Abteilung im Fachbereich Jugend und Familie. Insgesamt 632 Väter entschieden sich im vergangenen Jahr für diese Variante.

Im Bereich Elterngeld ist der Kreis Borken für alle 17 Städte und Gemeinden im Kreisgebiet zuständig. Das Elterngeld ersetzt grundsätzlich 65 Prozent des bereinigten Nettoeinkommens, das der betreuende Elternteil vor der Geburt des Kindes durchschnittlich monatlich erzielt hat. Der Mindestbetrag liegt bei 300 Euro pro Monat, die Grenze nach oben bei 1.800 Euro. Der Kreis Borken setzt alles daran, die Anträge möglichst schnell zu bearbeiten. Im Jahr 2012 vergingen zwischen Antragsstellung und Bescheid durchschnittlich 10,2 Kalendertage - unabhängig davon, ob die Unterlagen gleich vollständig waren oder nicht. Diese Laufzeit gehört nach einer aktuellen Statistik zu den kürzesten in Nordrhein-Westfalen. Der Beratungsbedarf, vor allem bei werdenden Eltern, ist sehr groß. Rund 6.500 Mal erläuterten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Elterngeldstelle im vergangenen Jahr die rechtlichen Rahmenbedingungen und halfen bei der Antragsstellung zum Elterngeld. Über 800 Mal beantworteten sie Fragen zum Thema Elternzeit. Diese können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für maximal drei Jahre nehmen, wenn sie ihr Kind selbst betreuen und erziehen. Dem großen Informationsbedarf wurde mit insgesamt 16 abendlichen Vorträge in verschiedenen Orten des Kreisgebiets Rechnung getragen. Außerdem ist mit monatlichen Sprechstunden in den Rathäusern von Bocholt und Gronau im vergangenen Jahr ein neues Angebot an den Start gegangen.

"Und die Beratungsnachfrage wird weiterhin hoch bleiben", erläutert Markus Grotendorst, "denn zum Jahresbeginn sind wieder einige Neuerungen zum Elterngeld in Kraft getreten." So ist die Einkommensermittlung als Grundlage für die Berechnung des Elterngeldes durch einen pauschalen Abzug von 21 Prozent für Sozialversicherungsbeiträge und 8 Prozent bei Kirchensteuerpflicht vereinfacht worden. Auch für Selbständige gelten Vereinfachungen. Grundsätzlich ist nun das Kalenderjahr vor der Geburt maßgeblich, so dass das Einkommen nur mit dem Einkommensteuerbescheid belegt werden kann. Der Gesetzgeber hat auch den Gestaltungsspielraum beim Nettoeinkommen durch einen kurzfristigen Wechsel der Steuerklasse erschwert. Die Möglichkeit, ein erhöhtes Elterngeld zu erzielen, ist in der Vergangenheit häufig kritisiert worden. Für Geburten ab 2013 wird nun die Steuerklasse zu Grunde gelegt, die mindestens sechs Monate in dem zwölf-monatigen Bemessungszeitraum bestanden hat.

Die Elterngeldstelle weist darauf hin, dass die neue Rechtslage bei dem Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums auf der Internetseite www.familien-wegweiser.de bereits umgesetzt ist. Die Online-Anträge können aber zurzeit noch nicht für Kinder, die im neuen Jahr geboren sind, über das Internetportal www.egon.nrw.de gestellt werden.

Weitere Informationen zu Elterngeld und Elternzeit erhalten Interessierte im Borkener Kreishaus, bei den Städten und Gemeinden oder noch einfacher direkt im Internet. Unter www.kreis-borken.de/elterngeld stehen auch die nötigen Formulare zum Download bereit.

(Redaktion)



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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © JMG / pixelio.de


 

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