Weitere Artikel
  • 17.07.2013, 10:13 Uhr
  • |
  • Münster & Münsterland
Westfalen AG Bilanz 2012

Spritpreise steigen - Konzerngewinn sinkt

Die Bilanz des Westfalen-Konzerns weist für 2012 im Gas-Geschäft einen Gewinneinbruch aus. Im Tankstellen-Geschäft wurden jedoch wachsende Erträge erwirtschaftet – dank kurzfristig steigender Spritpreise.

In den kommenden zwei Wochen werden die Autofahrer an den Tankstellen wohl noch kräftiger zur Kasse gebeten. Diese Prognose wagte am Dienstag der Vorstandsvorsitzende der Westfalen AG (Münster) bei der Bilanzvorlage in Münster-Roxel. „Kurzfristig steigen die Spritpreise“, sagte Fritsch-Albert und machte höhere Beschaffungspreise, sprich das teurere Rohöl, für den Aufwärtstrend verantwortlich.

Ob das Jahr 2012 als bisher teuerstes Tankjahr in Deutschland noch einmal übertroffen wird, konnte der Westfalen-Vorstand nicht vorhersagen. Mit den Margen im ersten Quartal 2013 zeigte sich Vorstandsmitglied Reiner Ropohl allerdings unzufrieden. Im vergangenen Jahr war die Lage für die Westfalen AG rosiger: Trotz der hohen Preise habe sich der Kraftstoffabsatz an den insgesamt 260 Tankstellen des Konzerns („Westfalen“ und „Markant“) nicht verringert. Der Dieselabsatz habe sogar zugelegt.

Für den Kraftstoff Super E10 erwartet Wolfgang Fritsch-Albert auch in Zukunft keinen Durchbruch am Markt: „Das sieht aus wie ein auslaufendes Produkt“, erklärte der Westfalen-Chef. Vorstandsmitglied Ropohl berichtete von einem deutschlandweiten E10-Anteil am Markt für Ottokraftstoffe von lediglich zehn bis 15 Prozent. „Das ist weit weniger als von der Regierung versprochen“, betonte Ropohl.

Nicht nur in der Tankstellen-Sparte auch im Bereich Energieversorgung (Westfalengas, Strom- und Erdgasverkauf), steigerte die Westfalen AG 2012 den Gewinn. Einen Ertragseinbruch verzeichnete das Familienunternehmen jedoch in der Sparte „Gas“, wo laut Finanzvorstand Dr. Carsten Wilken sowohl der Verlust eines Großkunden als auch hohe Reparaturkosten für eine Luftzerlegungsanlage und andere Sondereffekte das Ergebnis drückten. „Das Bereichsergebnis lag deutlich unter dem Vorjahreswert“, räumte Wilken ein.

Konzernweit schrumpfte der Jahresüberschuss 2012 auf 14,646 Millionen € nach 20,725 Millionen €  im Vorjahr – ein Rückgang um fast 30 Prozent. Den Umsatz steigerte der Konzern jedoch um 88,3 Millionen auf 1,924 Milliarden € .

Nach dem kürzlichen Einstieg in den Strom- und Erdgashandel bezeichnete Fritsch-Albert das Geschäft als „nach wie vor schwierig“. Als Grund nannte der Westfalen-Chef vor allem die sinkende Wechselbereitschaft der Verbraucher.

Für 2013 hat sich die Westfalen AG für Umsatz und Gewinn Stabilität zum Ziel gesetzt. Angesichts des allgemeinen wirtschaftlichen Umfelds werde dieses Ziel „aber nicht leicht zu erreichen sein“, zeigte sich Fritsch-Albert zurückhaltend.

(Jürgen Stilling)


 


 

Reiner Ropohl
Wolfgang Fritsch-Albert
Dr. Carsten Wilken
Westfalen AG
Vorstandsmitglied
Gas-Geschäft

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Reiner Ropohl" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: