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  • 15.07.2014, 16:06 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Westfalen Gruppe

Geschäftsjahr 2013 insgesamt zufriedenstellend - Energieversorgung und Tankstellen mit erfreulicher Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2013 konnte die Westfalen Gruppe aus Münster das Ergebnis vor Steuern (EBT) im Konzern um 20,7 Prozent auf 26,8 Mio. Euro (Vorjahr: 22,2 Mio. Euro) und in der AG um 26,7 Prozent auf 25,6 Mio. Euro (20,2 Mio. Euro) steigern.

Die Ergebnisverbesserungen des Technologieunternehmens der Energiewirtschaft resultierten aus höheren operativen Ergebnissen vor allem in den Bereichen Energieversorgung und Tankstellen. Ferner war das Vorjahr stärker durch Sondereffekte belastet. Der Konzernumsatz lag mit 1.863,8 Mio. Euro um 60,2 Mio. Euro oder 3,2 Prozent unter dem des Vorjahres (1.924,0 Mio. Euro). In der AG bedeutete dies einen Umsatzrückgang um 60,3 Mio. Euro oder 3,2 Prozent auf 1.803,7 Mio. Euro (1.864,0 Mio. Euro). „Das deutlich höhere Ergebnis vor Steuern steht einem leichten Umsatzrückgang gegenüber. In Summe ist das für uns ein noch befriedigendes Geschäftsjahr 2013“, erklärte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Fritsch-Albert. Die Beschäftigtenzahl im Konzern stieg zum Stichtag 31. Dezember 2013 um 26 auf 1.371 Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr (1.345).

Energieversorgung mit starkem Brenngas- und Flaschengasgeschäft

In dem erst 2012 gestarteten Geschäft mit Erdgas und Strom übertraf im Berichtsjahr die Zahl der Neukunden die Erwartungen bereits deutlich. Besonders erfreulich entwickelte sich im Bereich Energieversorgung das Geschäft mit Westfalengas. Aufgrund des langen und kalten Winters 2012/13 lagen die Absätze im Brenngas-Geschäft über Vorjahr. Vor allem aber Absatzrückgänge im Segment Autogas und im Streckengeschäft führten insgesamt zu niedrigeren Absätzen im Vergleich zu 2012.Aufgrund des ebenfalls gesunkenen Preisniveaus für Flüssiggas sank der Umsatz merklich. Dank stabiler Margen führten sowohl das Brenngas- als auch das Flaschengasgeschäft zu erfreulichen Ergebnissen, die deutlich über Vorjahr lagen.

Tankstellen mit guter Entwicklung

Der Bereich Tankstellen steigerte im Geschäftsjahr 2013 den Kraftstoffabsatz deutlich stärker als die Branche. Der verbesserte Absatz wurde sowohl durch neue Standorte als auch durch Steigerungen an bestehenden Anlagen erzielt. Wegen des im Vorjahr höheren Preisniveaus für Kraftstoffe lagen die Umsätze 2013 etwas niedriger. Dank stabiler Margen und aufgrund der erfreulichen Entwicklung des Shopund Bistrogeschäfts, des Waschgeschäfts sowie der Systemgastronomie lag das Ergebnis über Vorjahr. Das Tankstellennetz konnte im Berichtsjahr um drei neue Standorte in Fritzlar, Herne sowie Barntrup (Kreis Lippe) erweitert werden. Erst vor wenigen Tagen hat das Unternehmen zwei Tankstellen an den neu errichteten Autobahnraststätten Brockbachtal Nord und Süd an der A30 zwischen Rheine und Osnabrück in Betrieb genommen.

Bereich Gase im preisintensiven Markt unter Druck

Bei leicht erhöhten Absätzen, aber gesunkenen Umsätzen lagen die Ergebnisse im Bereich Gase unter Vorjahr. Besonders belastend wirkten sich die globalen Versorgungsengpässe bei Flüssighelium aus. Teils exorbitante Preiserhöhungen im Einkauf, die nicht gänzlich an die Kunden weitergegeben wurden, führten zu merklichen Ergebnisbelastungen. Ferner führte ein Patentstreit um medizinische NOGemische zu einer stark negativen Ergebnisentwicklung. Am 6. Dezember 2012 hatte die Linde Gas Therapeutics GmbH gegen die Westfalen AG aus patentrechtlichen Gründen eine einstweilige Verfügung erwirkt. Darin wurde der Westfalen AG durch das OLG Düsseldorf untersagt, NO-Gemische trotz bestehender Zulassung als Fertigarzneimittel einzusetzen oder in Verkehr zu bringen. Das vermeintlich rechtsgültige Patent von Linde wurde durch Urteil des Europäischen Patentamts am 18. September 2013 in vollem Umfang aufgehoben. In der Folge nahm Linde die einstweilige Verfügung zurück. Daher ist es der Westfalen Gruppe erst seit September 2013 wieder möglich, medizinische NO-Produkte unter der Marke LOXMED Respadur ® zu vertreiben. Eine noch stabilere Kundenversorgung erreichte Westfalen Ende 2013 mit der Inbetriebnahme zweier neuer Kohlendioxid- Produktionsanlagen in Lüdinghausen und im Industriepark Höchst in Frankfurt. „Mit diesen Investitionen wird unser Unternehmen deutlich unabhängiger von den teilweise volatilen Beschaffungsmärkten“, so Vertriebsvorstand Reiner Ropohl.

Investitionen leicht unter Vorjahr

Im Geschäftsjahr betrugen die Investitionen im Konzern 44,2 Mio. Euro und in der AG 39,0 Mio. Euro. Das Investitionsvolumen lag damit im Konzern um 4,9 Mio. Euro und in der AG um 3,8 Mio. Euro unter Vorjahr. Grund sind vor allem niedrigere Investitionen im Bereich Gase, die sich aus der verhaltenen Geschäftsentwicklung begründen. Von den Konzerninvestitionen entfielen auf den Bereich Gase 28,4 Mio. Euro (36,7 Mio. Euro), auf den Bereich Tankstellen 8,4 Mio. Euro (7,5 Mio.) sowie 3,0 Mio. Euro (3,3 Mio. Euro) auf den Bereich Energieversorgung.

Eigenkapitalquote deutlich verbessert

Wegen der ergebnisbedingten Steigerung des Eigenkapitals um 18,0 Mio. Euro in der AG und im Konzern sowie der niedrigeren Bilanzsumme verbesserte sich die Eigenkapitalquote deutlich. Sie stieg in der AG um 5,3 Prozentpunkte auf 36,3 Prozent und im Konzern um 5,1 Prozentpunkte auf 32,2 Prozent.

Ausblick

Im Bereich Gase erwartet das Unternehmen für 2014 bei steigenden Absätzen und Umsätzen eine merkliche Verbesserung der Ergebnisse. Dazu beitragen wird der im Vorjahr aufgrund des Rechtsstreits mit der Linde Gas Therapeutics GmbH erst ab Ende 2013 wieder aufgenommene Vertrieb von NO-Gemischen als Fertigarzneimittel. Auch sollten sich die globalen Versorgungsengpässe bei Flüssighelium im Laufe des Jahres 2014 wieder etwas entspannen. Für den Bereich Energieversorgung rechnet die Westfalen Gruppe aufgrund des sehr milden Winters mit einem Rückgang bei Absatz und Umsatz und in der Folge mit einem Ergebnis unter Vorjahr. Im Bereich Tankstellen hängt die Ergebnisentwicklung stark davon ab, wie sich die Kraftstoffmargen entwickeln. Jegliche Ergebnisprognose ist daher stark von Unsicherheit geprägt. Bei einem auf Vorjahresniveau geplanten Absatz und Umsatz sind die Ergebnisplanungen zurückhaltend. Insgesamt erwartet die Westfalen Gruppe Ergebnisse, die leicht unter denen von 2013 liegen können.

Westfalen Gruppe
Die Westfalen Gruppe ist als Technologieunternehmen der Energiewirtschaft mit insgesamt 22 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften international tätig. Über 20 Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und in Tschechien. Das im Jahre 1923 gegründete Familienunternehmen ist in den Bereichen Gase, Energieversorgung und Tankstellen tätig und hat seinen Hauptsitz in Münster. Mit rund 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwirtschaftete die Westfalen Gruppe im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro.

(Westfalen AG)


 


 

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